Wo die Reise hingeht
„In Grainau haben wir seit Jahren gute Beziehungen zu Bergschulen und Bergführern aus der Region, die Leute mit auf Touren nehmen“, erzählt Nicolai und begründet damit die Wahl des Standorts für das Event. Früher habe man hier bereits Produkttests durchgeführt, damals auch noch mit Skischuhen. Denn tatsächlich ist es nur ein kurzer Marsch, entweder bis zur Zahnradbahn oder zur Seilbahn am Eibsee, die direkt ins Alpengebirge und damit zur Zugspitze führen. Doch bevor es bergaufwärts geht, erdet die am Badersee stattfindende Pressekonferenz mit bodenständigen Zahlen.
Alexander Nicolai erzählt, wie es dem Unternehmen in den letzten Jahren ergangen ist. „Mit 3,17 Mio. Paar verkaufter Schuhe war 2021 ein Riesenerfolg. Wir haben unsere Produktion gesteigert und Ware vom Lager abverkaufen können.“ Doch der Schwung des einen Jahres bremste den Verlauf des darauffolgenden: 2022 hatte man mit leeren Lägern und einer hohen Nachfrage zu kämpfen. Weiterhin wurde in die Produktion investiert, was schließlich zu einer Paarzahl von 3.16 Mio. Paar Schuhen führte. Für 2023 verfolgt Lowa dieses Ziel nun weiter: Prozesse werden optimiert und die Produktion in Jetzendorf und in der Slowakei stark gesteigert.
„Für 2023 gehen wir von einer Paarzahl von 3,58 Mio. aus“, führt Nicolai weiter aus. Die Entwicklung der zweiten Jahreshälfte bleibe jedoch noch abzuwarten. Ein wenig positiver entwickeln sich die Umsatzzahlen, die eine Steigerung von 6,4 Mio. Euro aufweisen. Somit konnte sich das Umsatzvolumen der Lowa-Gruppe mit allen Tochterfirmen von 220,3 Mio. Euro im Jahr 2021 auf 235,7 Mio. Euro im Jahr 2023 steigern. Jedoch seien auch diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Das höhere Umsatzergebnis habe Lowa vor allem den höheren Durchschnittspreisen sowie den gestiegenen Kosten für Personal und Material zu verdanken. „Ein höherer Umsatz war möglich, die Aufträge waren da“, erklärt Nicolai. Aufgrund der Lieferengpässe war dies jedoch nicht umsetzbar. „Wir waren im letzten Jahr zufrieden mit dem Ergebnis, trotz der Situation, dass wir die Kapazitäten nicht ganz steigern konnten, wie wir gedacht hatten. Für dieses Jahr sieht es aber sehr gut aus.“
Gute Stimmung in den Alpen
Der optimistische Ausblick spiegelt sich auch in der Bergstation am Ende der Zahnradbahn wider. Hatten die Teilnehmer vorher noch dichten Nebel befürchtet, so lichtete sich dieser – wenn auch nur kurz. So wechselte sich die weiße Nebelfront mit der herrlichen Aussicht auf Täler und Gletscher ab – und das warme Klima des Tals mit der frischen Kälte auf den Bergen. Dicht an der Grenze führt von hier aus der Weg weiter – zum höchsten Berg Deutschlands und unweit der angrenzenden Länder Schweiz und Österreich. Auch die Lowa Sportschuhe GmbH in Österreich sowie die Lowa Schuhe AG in der Schweiz verkündeten zufriedenstellende Ergebnisse. In beiden Ländern konnte eine ähnliche Erholung wie in Deutschland festgestellt werden. Besonders auffallend war dabei das Coronajahr 2020 in der Schweiz. René Urfer, Geschäftsführer der Lowa Schuhe AG Schweiz, erklärt, wie es dazu kam: „In der Schweiz war der Lockdown nicht so lange wie in den anderen Ländern. Dadurch konnten wir bereits in den Jahren 2020 und 2021 unsere Zahlen so massiv steigern.“ Tatsächlich herrscht in der Schweiz eine deutlich höhere Marktdurchdringung vor als bei den anderen Ländern. „Vergleicht man die verkaufte Paarzahl (über 400.000 im Jahr 2022) mit der Einwohnerzahl (über 8,5 Mio.), dann ist die Schweiz das Land mit der höchsten Lowa-Quote“, hakt Alexander Nicolai ein und scherzt: „Das geht sogar so weit, dass manche denken, Lowa sei eine Schweizer Marke.“