Ein schwaches Weihnachtsgeschäft, verunsicherte Verbraucher, bürokratischer Aufwand: Zahlreiche Herausforderungen schlagen der Lederwarenbranche aktuell aufs Gemüt. Sie beherrschten die Gespräche auf der ILM eine Woche vor den Bundestagswahlen. Und doch war die Stimmung in den Hallen alles andere als schlecht. Im Gegenteil.
Rund 300 Marken aus 25 Ländern präsentierten ihre neuen Kollektionen für Herbst/Winter 2025/26, darunter viele langjährige Aussteller, aber auch Newcomer und Rückkehrer. Zur letztgenannten Gruppe gehört unter anderem Suri Frey. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Vertriebsleiter Rüdiger Weiser und hebt die positive Stimmung hervor. „Wer gekommen ist, bewegt sich und schaut nach vorne. Mehr als erwartet haben sich die Händler über unsere Lizenzpartner für Uhren, Schmuck oder Sonnenbrillen interessiert. Wir haben internationale Neukunden getroffen. Generell begrüßen es die Kunden, dass Suri Frey auf der ILM ausstellt.“
Auch langjährige Aussteller wie Picard blicken auf eine erfolgreiche ILM zurück. „Der Samstag war eine Sensation, und auch am Sonntag lief es gut“, bilanzierte Georg Picard von Picard Lederwaren am Abschlusstag. „Die Messe hat eine Magnetwirkung.“ Vor allem der internationale Besuch steige an, so Picard. Und: „Der Fokus liegt wieder mehr auf der Tasche“, freut sich der Taschenspezialist nach vielen Saisons, in denen vor allem Reisegepäck und das Schulsortiment im Vordergrund gestanden seien.
Doch auch bei den Gepäckanbietern herrscht alles andere als Tristesse. Dirk Schmidinger, General Manager Samsonite Deutschland, ist „leicht positiv gestimmt“. Die Händler hätten in jüngster Zeit ihre Läger abgebaut. Im Zuge dessen entstehe Bedarf nach neuer Ware.
Im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung seien 11 Prozent mehr Besucher zur ILM gekommen, berichtet Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach, auf Nachfrage von Lederwaren Report. Vor allem der Zuspruch aus dem Ausland sei angestiegen. Der Auslandsanteil liege bei knapp 30 Prozent und damit wieder auf dem Niveau vor Corona. „Ich bin daher sehr zufrieden.“
Der internationale Zuspruch erfreute auch Neuaussteller wie Gentleman’s. „Für uns lief die Messe sehr erfolgreich“, erklärt Tobias Robl. Er hat mit Samed Güner die Marke Gentleman’s gegründet und stellte das Sortiment mit Gepäckstücken, Rucksäcken und Accessoires für Männer erstmals auf der ILM vor. „Wir waren vor allem auch überrascht über das große internationale Publikum.“ Speziell Kunden aus Großbritannien und Skandinavien hätten Interesse an den Kollektionen gezeigt.