Die Regierung des asiatischen Landes hatte vor kurzem eine Erhöhung des Mindestlohns je nach Region um 10 bis 15% beschlossen. Dies ist in den Augen der Gewerkschaften nicht ausreichend, sie fordern eine Steigerung um 50%. Die Folge sind Streiks und Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Arbeitern. Erschwert wird die Lage durch die bevorstehenden Wahlen im kommenden Jahr, da unterschiedliche politische Parteien den Konflikt als Wahlkampfthema nutzen. Laut Eddy Widjanarko, Vorsitzender des indonesischen Schuhherstellerverbands Aprisindo, führt die derzeitige instabile Lage zu einer Stagnation des Wachstums. So werde die Schuhindustrie im kommenden Jahr um 11% wachsen, nach 10% im laufenden Jahr. Es sei jedoch mehr möglich, so Eddy Widjanarko, da die Nachfrage nach Schuhen im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft 2014 steigen dürfte. Angesichts der Lohnerhöhungen könne die indonesische Schuhindustrie jedoch nicht von diesem Aufschwung profitieren. „Ich weiß von 46 ausländischen Unternehmen, die Indonesien verlassen werden, wenn die Löhne nur um 20% steigen“, berichtete Eddy Widjanarko. Vietnam und Myanmar seien die Alternativen.
Im Zeitraum Januar bis August 2013 haben die indonesischen Schuhhersteller Waren im Wert von 3,9 Mrd. Dollar exportiert. Indonesien ist nach China, Vietnam und den Niederlanden der viertgrößte Exporteur von Schuhen nach Deutschland.