Nicht einfach alles neu kaufen, sondern überlegen, ob die Dinge, die man besitzt, länger halten können – gemäß dieser Devise engagiert sich der Schuhmachermeister Rolf Rainer aus Mettmann schon seit längerem für mehr Schuhreparaturen. Auf der Messe Shoes wurde am 4. März, die Reparaturkarte der Initiative „Repair your Pair“ vorgestellt, eine Onlinekarte, auf der Reparaturbetriebe in ganz Deutschland verzeichnet sind.
Der Launch der Reparaturkarte wurde prominent unterstützt: Cornelius Laaser, im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen unter anderem zuständig für Ressourcen-Effizienz und Kreislaufwirtschaft, war vor Ort, um den Projekt ein wenig Anschubhilfe zu geben.
„Vielen ist nicht bewusst, dass man Schuhe reparieren kann“, erklärte Cornelius Laaser. „Es gibt viele Gründe, darauf zu achten, dass man Schuhe lange trägt.“ Die Initiative von Repair your Pair sei „herausragend“, so Laaser.
Auf der Online-Karte sind mehr als 4.500 Adressen von Schuhmacherbetrieben sichtbar, so dass ein Nutzer jederzeit auch in seiner Nähe einen Betrieb finden kann. Und es dürfen gern noch mehr Betriebe werden: Schuhmacher können sich für die Karte registrieren lassen.
Dass Reparatur eine coole Sache sein kann, erläuterte auch Dr. Monika Hauck vom Start-up Repair Rebels. Sie kritisiert die Modebranche ganz grundsätzlich im Hinblick auf ihren Impact auf die Umwelt und das lokale Handwerk sowie die häufig zu beobachtende Verletzung von Menschenrechten in der Produktion. „Wenn wir was verändern wollen, müssen wir was tun“, so die Unternehmerin. Mit Repair Rebels hat sie eine digitale Plattform entwickelt, über die Schuhe, Kleidungsstücke, Schmuck und andere Produkte repariert werden können. „60% der Konsumenten sagen, dass ihnen Reparatur wichtig sei. Aber nur 23% bringen ihre Schuhe regelmäßig zu einer Werkstatt“, erläuterte Hauck. Das will die Unternehmerin ändern: Über die Plattform, die im September 2022 gelauncht wurde, sollen Reparaturen so einfach wie ein Onlinekauf sein. Die Kundin oder der Kunde kann eine Reparatur buchen, schickt das Produkt ein und erhält es über den Postweg zurück. 50 ausgesuchte Handwerkskünstler verschiedener Branchen sind an die Plattform angebunden. „Wir haben schon viele Menschen glücklich gemacht“, sagte Hauck in Düsseldorf. Vor allem Männer seien an der Reparatur ihrer Produkte interessiert. Und es sollen mehr werden: „Wir müssen Kunden ausbilden, eine Haltung zu entwickeln, und Handwerker unterstützen“, so Hauck. Und auch die Logistik müsse digitaler werden, damit Reparaturen noch schneller abgewickelt bzw. versendet werden können.