Im Eingangsbereich sind in Vitrinen die Auszeichnungen zu sehen, die man schon entgegennehmen durfte – unter anderem den Stern des schuhkurier AWARD. Es schließt sich an ein Showroom, der das aktuelle Shopkonzept – gerade ist die fünfte Generation in der Entwicklung – präsentiert. Geschäftig eilt eine Gruppe von Auszubildenden durch den Korridor. Im Lager wird Platz geschaffen für die neue Saison; die Ware wird täglich erwartet. Es herrscht eine Atmosphäre der konzentrierten Geschäftigkeit. Ende des Jahres 2017 – beim großen Jahresgespräch mit schuhkurier – blickt man bei Gabor zufrieden auf die zurückliegenden 12 Monate zurück. Und hat die Weichen für die kommenden Jahre bereits gestellt.
Wenige Wochen vor dem Interview – Anfang Dezember 2017 – hat der Schuhhersteller seine neue Marktplatz-Strategie angekündigt, die bewusst den Handel einbeziehen und ihm die Möglichkeit geben will, mit Gabor-Schuhen nennenswerte Online-Umsätze zu generieren. Man habe bewusst einen “sanften Start” für dieses neue Projekt vollzogen, erläutert der Vorstandsvorsitzende Achim Gabor. Kein Paukenschlag, kein Schnellschuss. Eher ein Herantasten in kleinen Schritten. Und lieber einmal mehr testen als zu früh online gehen und dann zurückrudern müssen.
Das Thema Digitalisierung treibt die Rosenheimer in allen Bereichen um – weshalb auf dem Betriebsgelände gerade ein neuer ‘Digital Cube’ entsteht, in dem neue Teams sich unter anderem mit Social Media- und Customer Relationship Management befassen werden. Man sieht weitere Veränderungen für die Branche und ist entschlossen, zu den Gewinnern des Strukturwandels zu gehören. Wie Achim Gabor betont, gerne gemeinsam mit dem Fachhandel. Der Unternehmer erklärt, man habe viel Verständnis für die Situation des Handels – nicht zuletzt auch, weil man selber weiß, wie herausfordernd es sein kann, eigene Flächen zu unterhalten. Zugleich definiert man in Rosenheim Partnerschaft als die konstruktive Zusammenarbeit zweier Akteure auf Augenhöhe und will den Handel durchaus auch in die Pflicht nehmen. Achim Gabor wünscht sich mehr Mut von den Händlern. Bei der Saisontaktung ebenso wie bei der Bewertung modischer Artikel. Bei der Konzeptionierung der Schuhgeschäfte von morgen, aber auch bei der Entwicklung einer Online-Strategie. Ein Händler trage für sein eigenes Unternehmen die Verantwortung, betont Gabor. Dazu gehören Chancen, aber auch Risiken. “Der Handel darf sich auf dem, was wir als Industrie tun, nicht ausruhen”, sagt der Unternehmer. Und unterstreicht zugleich: “Wir sind mit dem Handel groß geworden und wollen, dass unsere Partner Umsätze generieren.” Insofern startet man bei Gabor optimistisch in das neue Jahr. Und will gemeinsam mit den Partnern Dinge bewegen und gestalten.