Unter dem Titel „Art of Italian Footwear“ sollen handwerkliche Fertigkeiten, technisches Wissen und Produktionspraktiken gewürdigt werden, die über Generationen in den italienischen Schuhregionen weitergegeben wurden.
Koordiniert wird das Vorhaben von Assocalzaturifici. Im Juni 2026 wurde ein Förderkomitee unter Vorsitz von Verbandspräsidentin Giovanna Ceolini eingesetzt. Ihm gehören außerdem Museimpresa, Cercal und das Politecnico Calzaturiero an. Gemeinsam mit dem UNESCO-Lehrstuhl der Università Unitelma Sapienza soll das Gremium das Bewerbungsdossier erarbeiten und Unternehmen, Regionen sowie weitere Akteure der Branche einbeziehen.
Unterstützt wird die Initiative vom italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy. Minister Adolfo Urso erklärte bei der Vorstellung des Projekts: „Die italienische Schuhindustrie ist eine der sichtbarsten Ausdrucksformen unseres Produktionssystems.“ Das Vorhaben solle insbesondere das Zusammenspiel von Tradition, Innovation und handwerklichem Know-how sichtbar machen.
Auch mehrere wichtige Produktionsregionen, darunter die Lombardei, Venetien, die Marken, Apulien, Kampanien, Emilia-Romagna und die Toskana, unterstützen das Projekt. Ceolini betonte dabei den überregionalen Charakter der Initiative: „Die italienische Schuhindustrie verbindet technisches Know-how, regionale Identitäten und die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln.“
Neben der Bewahrung bestehender Fertigkeiten spielt auch der Wissenstransfer an jüngere Generationen eine Rolle. Das Projekt soll nach Angaben der Initiatoren Unternehmen, Regionen und Fachwissen zusammenführen und die kulturelle Bedeutung der italienischen Schuhproduktion stärker sichtbar machen.
Der Prozess befindet sich weiterhin in der Vorbereitungsphase. Die im Juni vorgestellte Initiative bildet den Rahmen für die Erarbeitung der Kandidatur. Eine formelle Aufnahme in die UNESCO-Liste ist damit bisher noch nicht verbunden.