"In der Textil- und Bekleidungsbranche ist die Vergabe von Siegeln mittlerweile Gang und Gäbe", sagte Leonardo Langheim, IVN Vorstand Marketing, während der Pressekonferenz. "Doch gerade bei Schuhen, die aus unterschiedlichsten Einzelteilen und Materialien bestehen, hat eine Richtlinie bisher gefehlt." Der IVN schließe diese Lücke mit der neuen Spezifikation.
Demnach werden die beiden bestehenden Kennzeichnungen des IVN – "Naturtextil" und "Naturleder" – nun erstmals auch für nachhaltig produzierte Schuhe vergeben. Der Geltungsbereich der IVN Richtlinien erweitert sich für Schuhe damit um die Prozesse der Verarbeitung, Konfektion, Verpackung, Kennzeichnung und des Großhandels."Viele Verbraucher wollen sichergehen, dass die Schuhe, die sie tragen, nicht unter ausbeuterischen und umweltzerstörerischen Bedingungen hergestellt wurden und darüber hinaus ihrer Gesundheit schaden können", führt Langheim weiter aus. "Die IVN Qualitätssiegel geben dem Konsumenten mit der neuen Spezifikation genau diese Sicherheit."
Für eine Zertifizierung müssen die Vorstufen Lederherstellung (Gerberei) bzw. Faserherstellung als Grundvoraussetzung bereits nach IVN-Naturleder (bei Lederschuhen) bzw. IVN-Best (bei Stoffschuhen) zertifiziert sein. Wichtig: Zulieferbetriebe für Kappen, Sohlen, Polster oder Fußbettungen müssen vorab (noch) nicht nach IVN-Standard zertifiziert sein. Für diese Vorstufen gilt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, die regelmäßig überprüft wird.
Für die Zertifizierung werden sowohl der jeweilige Betrieb – etwa hinsichtlich seines Umweltmanagements oder der Abwasseraufbereitung – als auch das Endprodukt überprüft.
"Am wichtigsten ist, dass man diesen Weg als Unternehmen wirklich gehen möchte", sagte Franziska Kuntze, Mitgründerin des Kinderschuhlabels Pololo und Mitglied des IVN Vorstands. "Der Wille muss da sein – und nicht nur eine reine Marketingstrategie."
Mehr dazu unter www.naturtextil.de