Was also sind die „Neuen 4 P“ im Marketing? Es sind: Purpose, Passion, Play und Platform. Was die wollen, erklärte Frank so: „Purpose – also der subjektive Zweck – entscheidet. Menschen kaufen nicht mehr, was sie brauchen, sondern, was sie sein wollen. Warum sonst ist Apple Kult und Samsung nur ein Elektronik-Hersteller?“ Der Referent erläuterte am Beispiel des Sportartikel-Händlers Bründl dieses Schaffen von „Magic Moments“ durch konsequentes Leben der Unternehmenswerte. Das erklärt auch das P in Passion – die Leidenschaft für das eigene Business schafft begeisterte Kunden. Play geht darauf ein, dass Menschen ein ausgeprägter Spieltrieb innewohnt.
Kräfte auf Online-Plattform bündeln
Der Aspekt Plattform stellt unter anderem die Fragen: Wie kann der stationäre Handel seine Kräfte online bündeln? Wie kann auf Plattformen die nachhaltige Real-Time-Produktion laufen, in der die Plattform Kundenwunsch mit Produzententätigkeit verknüpft? Im dritten Teil des Vortrags lösten drei C die vier P im Rampenlicht ab: „Nur die Kombination aus Commerce, Content und Community erfüllt die Kundenerwartungen“. Im Fazit hieß es dann: „Commerce als Basisvoraussetzung bedeutet, den Kontext des Kunden und seine ’Kundenreise‘ verstehen, relevante Benutzererfahrungen zu schaffen und personalisierte Angebote zu unterbreiten. Content, heutzutage Pflichtprogramm, bedeutet, Interessanten, aktuellen eigenen Content produzieren, Storytelling zu betreiben, also Geschichten zu den Produkten und den Menschen zu erzählen oder erzählen zu lassen. Community ist die nicht nur online stattfindende Kür, die eine starke Anhängerschaft schaffen soll. Sie ermöglicht intensive Interaktion über die sozialen Medien, verlangt aber auch auf Bewertungen und Empfehlungen zu achten.“
Doch vor diesem Fazit nahmen die beiden Referenten ihr Auditorium noch mit auf Trips zu Visionen und Visionären: H&M startete im September 2021 sein Bodyscan-Programm in Kooperation mit dem Label No Fear; ein persönlicher Avatar übernimmt für den Kunden die Anprobe der Modelle. In Madrid gibt es ein neues Konzeptkaufhaus, das die physische und die digitale Welt zu einer Reise durch verschiedene Themen verwebt. Noch in den Kinderschuhen steckt das auf der Fläche agierende Internet der Dinge; zum Nutzen der Betriebe sowie der Kunden. Und auch im Metaversum gingen die beiden Experten mit ihren Zuhörern shoppen: „The Mall“ will auf neun Millionen virtuellen Quadratmetern Waren in einem Einkaufserlebnis zur Verfügung stellen. Mag sein, dass den Gästen des Bequemschuhsymposiums dieses Vortragsfinale ein wie von einem anderen Stern schien. Eine Handvoll Ideen-Konfetti hat aber wohl jeder Teilnehmer mitgenommen. Und meist geht es schneller als gedacht.