Die Handelsberatung verweist dabei auf aktuelle Zahlen von KfW Research, wonach in den kommenden fünf Jahren jährlich mehr Unternehmen stillgelegt werden sollen als durch eine Nachfolge fortgeführt werden. Als Ursachen nennt das Unternehmen unter anderem die alternde Inhaberschaft, fehlendes Interesse innerhalb der Familie, hohe bürokratische Hürden und Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche.
Besonders betroffen sei der stationäre Einzelhandel, der zusätzlich unter dem strukturellen Wandel der Branche stehe: „Deutschland steht vor einer wirtschaftlichen Herausforderung, die in ihrer Tragweite kaum überschätzt werden kann”, warnt Prof. Dr. Philipp Hoog, Partner bei der BBE Handelsberatung. „Die Unternehmensnachfolge entwickelt sich zur größten strukturellen Bedrohung für den deutschen Mittelstand – und damit für das Rückgrat unserer Volkswirtschaft.”
Familieninterne Übergaben scheitern häufig nicht an betriebswirtschaftlichen Fragen, sondern an internen Spannungen. „Rund 90 Prozent der familieninternen Nachfolgen scheitern an der Familiendynamik, nicht am Management“, erklärt Lukas Reischmann, Manager bei der BBE Handelsberatung.
Das Whitepaper der BBE bündelt Erfahrungen aus der Beratungspraxis und soll Unternehmern bei der Vorbereitung helfen. Dabei sei vor allem ein früher Beginn entscheidend. „Eine Exit-Strategie, die drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Rückzug entwickelt wird, eröffnet Gestaltungsspielräume, die unter Zeitdruck nicht mehr existieren“, so Reischmann.