Herr Beining, wie ist das Jahr 2019 für Ihr Unternehmen gelaufen – national und international?
2019 ist sehr gut gelaufen. Wir sind mit der Entwicklung der gesamten Gruppe recht zufrieden. Wir sind national wie international sehr gut unterwegs und haben unseren Weg wiedergefunden, insbesondere bei Tamaris. Wir haben erkannt, was zu korrigieren war, und haben dies schnell umgesetzt. Es ist schön zu sehen, dass dies nicht nur vom Handel, sondern auch von den Verbrauchern wahrgenommen und honoriert wird. Unsere wichtigsten und größten Exportmärkte entwickeln sich gut, etwa Frankreich, Russland, Benelux und Griechenland. Aber auch Deutschland entwickelt sich wieder positiv. Unser Exportanteil liegt bei 53%, daher sind beide Segmente für uns wichtig. Die einzelnen Marken performen durchaus leicht unterschiedlich, aber unter dem Strich sind wir sehr zufrieden.
Welche Korrekturen haben Sie vorgenommen?
Unsere Maßnahmen betreffen in erster Linie das Produkt, zum Beispiel das Thema Preis-Leistungsverhältnis: mehr Wertigkeit, eine bessere Passform, bessere Qualitäten, mehr Funktionalität und ein nicht mehr so hoher Modegrad. Das ist auch die gesamte Gruppenstrategie. Wir haben stärker auf den Aspekt der Verkäuflichkeit fokussiert. Ich nenne es gern moderne Schuhe – nicht modische Schuhe. Modisch kann bedeuten, dass ein Design auch einmal zu extrem wird: die Absätze zu hoch, die Leisten zu spitz, die Farben zu extrem. Da sind wir eine zeitlang etwas zu weit gegangen. Wir haben aber wieder „tamarisiert“. Darüber hinaus haben wir in den einzelnen Unternehmen diverse neue Produktlinen und Innovationen gelauncht.
Wo lagen für Sie die größten Herausforderungen?
Die Geschwindigkeit der Veränderung in allen Bereichen ist eine Herausforderung: vom Strukturwandel im Handel bis hin zur Digitalisierung. Die Themen an sich sind nicht überraschend; das Tempo bisweilen sehr wohl. Herausfordernd ist es auch, immer ein möglichst optimales Warensortiment zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Vor allem, wenn man international produziert und neue Beschaffungsmärkte erschließt. Ein anderer Punkt ist, dass bei unseren Handelspartnern immer häufiger Entscheidungen aus finanziell angespannten Situationen heraus getroffen werden. Auch das ist für uns als Lieferant eine Herausforderung. Wir haben einen deutlich intensiveren Austausch mit unseren Partnern zu diesen Themen.