Der Tag, an dem wir mit Jeremy zum Teams-Call verabredet sind, ist nasskalt und düster – Spätherbst in Deutschland. Es ist früh am Morgen, sehr früh, und wir sind froh, die Tasse Kaffee griffbereit zu haben. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Jeremy indes erscheint auf dem Bildschirm im kurzärmeligen Sommerhemd. Er ist braungebrannt und sitzt in einem lichtdurchfluteten Raum; im Hintergrund deuten sich die Blätter einer Palme an – Frühsommer in Auckland, Neuseeland.
Eine Reise in die Vergangenheit
Jeremy Bank ist Unternehmer mit Erfahrung in Schuhhandel und -industrie. Er hat eine, wie er sagt, „aufregende Reise“ hinter sich. Sie begann 2018 und führte ihn zunächst rund 20 Jahre zurück in seine Vergangenheit. Damals war er oft in Neuseelands Hauptstadt Wellington gewesen, ganz im Süden der Nordinsel seines Heimatlandes Landes gelegen. Jeremy liebte die Stadt direkt am Meer und verbrachte dort viel Zeit mit Freunden beim Windsurfen. Im Jahr 2018 entschied Jeremy, inzwischen Vater, den Ort, an dem er als junger Mann so glücklich gewesen war, gemeinsam mit seiner Familie aufzusuchen.
„Wir gingen an den Strand, an dem ich damals zum Windsurfen war, und meine neunjährige Tochter war geschockt. Es war immer noch wunderschön dort, aber überall lag angespültes Plastik herum. Wir waren mitten im Pazifischen Ozean, und ich hatte so etwas noch nicht gesehen“, berichtet Jeremy von dem einschneidenden Erlebnis. Seine Tochter fragte ihn wiederholt: „Warum ist das so? Warum können wir nichts dagegen tun?“ Diese Fragen ließen den Vater nicht mehr los, und die Reise nach Wellington wurde zum Schlüsselerlebnis für Jeremy. Er entschied, aktiv zu werden, und gründete YY Nation. Die beiden Y stehen für „Why“ – englisch „Warum“ – und damit symbolisch für die beiden Fragen, die seine Tochter ihm gestellt hatte.