Mit Sicherheitsschuhen weiter wachsen
Christian Konle, Inhaber von Laufgut Konle in Höchstädt, befasst sich ebenfalls schon seit Langem mit Sicherheitsschuhen: Bereits 1995 war das Unternehmen mit dem Segment gestartet, berichtet Konle, der das Schuhhaus zwei Jahre zuvor als dritte Generation übernommen hatte. „Das Thema Sicherheitsschuhe hat sich durch die Orthopädie ergeben,“ schildert der Händler. Dabei war es zunächst darum gegangen, die speziellen Vorschriften für Einlagen bei Sicherheitsschuhen umzusetzen. Denn auch Träger solcher Schuhe benötigen bisweilen orthopädisch zugerichtete Einlagen. So kam der Händler dazu, sich das Segment näher anzuschauen. „Der Markt im Sicherheitsbereich ist sehr hart. Als erfahrener Schuhhändler kann man sich damit aber gut von den anderen Mitbewerbern absetzen. Denn durch die Orthopädie können wir einen einzigartigen Service anbieten.“ Zunächst bot Laufgut Konle die Schuhe nur Endverbrauchern an. Später wurde das Unternehmen auch Ausrüster für Betriebe. Das läuft von Firma zu Firma unterschiedlich. Manche Unternehmen bestellen eine bis zwei Lieferungen im Jahr, andere geben Bezugsscheine mit festen Preisen für vorausgewählte Schuhe heraus. Dann erstellt Laufgut Konle am Ende jedes Monats eine Rechnung. Das Sortiment des Höchstädter Händlers besteht vor allem aus Modellen der Marke Atlas. Die Schuhe werden weiterhin oft auch mit Einlagen verkauft. Vier Weiten werden angeboten, ein eigenes Messgerät im Schuhhaus soll die optimale Passform ermitteln. Zehn bis 14 Tage dauert es, bis die individuell gefertigten Einlagen passend zu den Sicherheitsschuhen geliefert werden können. Mit SABU-Protect will Christian Konle jetzt weiter wachsen: „Wir wollen das Segment weiter ausbauen und planen, die Kinderschuhabteilung dafür aufzugeben“, sagt der Händler. Auch Klaus Rollmann (Rollmann, Göppingen) hat sich dem Thema über den orthopädischen Weg genähert. Sowohl Arbeitssicherheitsschuhe als auch die etwas umgänglicheren Arbeitsschuhe lassen sich bei ihm auf der Ladenfläche finden. Vor allem durch die Einlagenversorgung bieten sich in dem Segment Chancen, so Rollmann: „70% der Arbeitssicherheitsschuhe gehen mit Einlagen.“ Für den Handel sieht Klaus Rollmann besonders im Arbeitsschuhbereich Potenzial: „Die Anforderungen sind geringer.“ So würden manche Betriebe, sei es in der Gastronomie oder in Arztpraxen, Schuhe mit einer rutschfesten Sohle benötigen. „Für den Schuhhandel kann das durchaus attraktiv sein. Man kann Arbeitsschuhe in einer größeren Stückzahl verkaufen und hat eine wiederkehrende Kundschaft. Nur die Nachlieferfähigkeit der Hersteller ist problematisch.“ Im Markt mit Sicherheitsschuhen sei der Einstieg dagegen herausfordernder, und erst Recht kein Selbstläufer: „Im Markt mit Arbeitssicherheitsschuhen Fuß zu fassen, vor allem ohne Einlagen, ist sehr schwierig. Dafür ist der B2C-Anteil der Hersteller zu stark.“ Zufrieden ist Rollmann mit dem Sicherheitsschuhbereich allerdings sehr, nicht zuletzt aufgrund des aufgebauten Kundenstamms. Trotzdem richtet sich sein Appell an die Lieferanten, und dort vor allem an dessen Nachlieferfähigkeit: „Für mich wäre wichtig, dass die Hersteller ein gutes NOS-Sortiment anbieten.“
„Zugang zu Top-Marken“
Ende vergangenen Jahres startete Martin Brink (Brink Shoes & More, Hopsten) mit Sicherheitsschuhen durch. Nach einem Beratungsgespräch mit dem SABU-Team sei die Entscheidung gefallen und er habe sofort „Gas gegeben“, berichtet der Händler, der das Schuhhaus in vierter Generation führt. „Wir haben schon länger ein kleines Sortiment für Handwerksbetriebe vor Ort geführt. Durch das SABU Protect-Konzept haben wir Zugang zu Top-Marken und konnten unser Sortiment ausbauen“, ist Brink überzeugt. War es früher vor allem die Marke Atlas, seien nun auch Lieferanten wie Uvex und Elten zum Sortiment hinzugekommen. Das Konzept sei zudem eine Initialzündung gewesen, weitere Betriebe im Umkreis als potenzielle Kunden anzusprechen, so der Händler. „Die Handwerksbetriebe sind für den Arbeitsschutz ihrer Mitarbeitenden verantwortlich. Die Bedürfnisse der Beschäftigten sind je nach Tätigkeit sehr unterschiedlich. Daraus ergeben sich verschiedene Schutzklassen. Das ist auch Teil unserer Beratung. Und während manche Schuhe weniger genutzt werden und daher lange halten, gibt es beispielsweise im Bau einen sehr starken Verschleiß. Da sind die Schuhe nach einem Jahr auf.“ Diesen Umstand mach sich das Schuhhaus zu Nutze und bietet sich als Ausrüster und Berater an. „Einige Firmen schicken ihre Mitarbeiter zu uns, wenn es Bedarf an neuen Schuhen gibt. Damit nicht jedes Paar einzeln abgerechnet werden muss, geben wir mit den Schuhen einen Lieferschein mit und erstellen am Ende des Monats eine Sammelrechnung“, erläutert der Händler und freut sich über Sicherheitsschuhe als „verlässliches und saisonunabhängiges Business“, das seiner Meinung nach nicht in eine dunkle Ecke im Geschäft gehört – ganz im Gegenteil: „Wir präsentieren unsere Sicherheitsschuhe inzwischen sogar im Schaufenster. Das hat den Effekt, dass nicht nur Frauen, sondern auch die Männer davor stehen bleiben.