Die Barfußschuh-Community legt in der Regel großen Wert auf Nachhaltigkeit. Dem trage Bär seit Unternehmensgründung Rechnung, schildert Christof Bär – und zwar in erster Linie aus eigener Verantwortung heraus. „Wir kontrollieren durch die eigene Produktion unsere gesamte Lieferkette. Als Familien- unternehmen fühlen wir uns dafür verantwortlich, dass unser Handeln sozial, ethisch und im Hinblick auf Nachhaltigkeit eine gute oder bessere Welt hinterlässt, als wir übernommen haben.“ Ein Lieferkettengesetz benötige er dafür nicht. „Verantwortung ist meine erste Pflicht.“ Seit 1995 gibt es eine eigene Fabrik in Indien, in der Bär-Schuhe hergestellt werden, seit 2012 mit einem Neubau auf eigenem Land – „ an den genannten Werten gemessen könnte er genauso auch in Deutschland stehen“, so der Unternehmer. Und regelmäßig bringt Bär Weiterentwicklungen auf den Markt, die Aspekten wie der Nachhaltigkeit noch stärker gerecht werden sollen – so etwa die Pure-Gruppe, die mit Naturkrepp-Sohlen ausgestattet ist, und mit der auch jüngere Kundinnen und Kunden angesprochen werden sollen.
Die aktuellen Veränderungen im Markt gehen auch am schwäbischen Schuhanbieter nicht spurlos vorbei. Ob Christof Bär zufrieden ist? „Niemand ist momentan so richtig zufrieden“, lautet die Antwort des Unternehmers. Wenn Bahn und ÖPNV bestreikt werden, wirke sich das auf die Frequenz aus. Es sei auch noch sehr viel alte Ware im Markt und die Verunsicherung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern spürbar. Dennoch zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich, was die kommenden Monate angeht. Die Vor-Corona-Umsätze habe sein Unternehmen fast wieder erreicht. Und er sehe Interesse im Handel, sich neuen Themen zu öffnen. „Alles, was man liest, deutet darauf hin, dass Wachstum nicht daraus entstehen kann, dass man weiter auf Bewährtes setzt“, schildert der Unternehmer. Der Kaffee beim Verkaufsgespräch sei gut und schön, wichtiger aber seien echter Mehrwert durch Beratung und Kompetenz sowie ein spitzes Sortiment. Diesen Mehrwert will Bär aktuell mit einer 3D-Scan-Roadshow bieten. Dabei werden Kunden in ihre Bär-Filiale eingeladen und können dort einen Fußscan erstellen lassen, der den Hallux-Winkel misst sowie Aufschluss über Druckstellen und Fehlstellungen gibt. Ein spezieller Algorithmus ermittelt auf Basis dieser Daten, welcher Schuh der Bär-Kollektion am besten passt. Zugleich fließen die erhobenen Daten anonym in den Datenpool des Schuhherstellers ein – und damit in die Leisten künftiger Schuh-Generationen. Aktuell macht die 3D-Scan-Roadshow Stop in München. Nächster Halt ist Oldenburg. Und auch neue Partner im Handel können künftig von dem Angebot Gebrauch machen.