Wie zuletzt im Jahr 2009 weist die Münchner Kaufingerstraße mit den höchsten Ladenmieten zugleich die meisten Besucher auf. Die Frankfurter Zeil belegt Rang zwei. Die Kölner Schildergasse folgt als letztjähriger Spitzenreiter auf Rang drei. Die Wiesbadener Kirchgasse und die Spitalerstraße in Hamburg komplettieren die Top 5. Zu diesem Ergebnis kommt die Passantenfrequenz-Zählung 2015 des Immobilienberatungsunternehmens JLL.
Wiesbaden, Trier und Lüneburg führen die Rankings nach Einwohnerzahlen an
Die Wiesbadener Kirchgasse (13.110) ist neben ihrem Platz in den Top 10 auch die mit Abstand bestbesuchte Einkaufsmeile in der Kategorie 250.000 bis 500.000 Einwohner. Es folgen die Nürnberger Karolinenstraße (8.760; bundesweit Rang 14) und die Ludgeristraße in Münster (6.600; 23). Die Bielefelder Bahnhofstraße (6.305; 25) und die Augsburger Annastraße (5.960; 31) vervollständigen die fünf Top-Lagen dieser Kategorie.
Bei den mittelgroßen Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern ist die Simeonstraße in Trier (6.555; 24) das Maß der Dinge. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Heidelberger Hauptstraße (6.040; 30) und die Ulmer Hirschstraße (5.950; 33). Zu den Top 5 in dieser Einwohnerkategorie gehören zudem die Schönbornstraße in Würzburg (5.915; 34) und die Bahnhofstraße in Saarbrücken (5.835; 36).
In der Kategorie unter 100.000 Einwohnern verdrängt die Große Bäckerstraße in Lüneburg (4.730; 54) den langjährigen Spitzenreiter Seltersweg in Gießen (4.015; 67) auf Rang zwei. Es folgt der Grüne Markt in Bamberg (3.500; 77). Die Kanzleistraße in Konstanz (3.095; 91) und die Hohe Straße in Wesel (2.845; 103) machen die Top 5 der Kategorie komplett.
Düsseldorfer Königsallee einmal mehr bestbesuchte Luxusmeile in Deutschland
Die Passantenzahl ist sicherlich nicht die ausschlaggebende Größe für die Attraktivität der wenigen international renommierten deutschen Luxusmeilen. Dennoch ist es mehr als beachtlich, dass die Düsseldorfer Königsallee (4.775; 53) Jahr für Jahr der unangefochtene Spitzenreiter dieser Gruppe ist. Mit einigem Abstand folgen der Neue Wall in Hamburg (2.925; 97), die Stuttgarter Stiftstraße (2.590; 113), die Münchner Maximilianstraße (1.880; 139) und die Goethestraße in Frankfurt (1.005; 166).
München und Berlin sind Deutschlands Metropolen mit den meisten Hochfrequenzlagen
München und Berlin haben laut JJL-Umfrage die höchste Dichte an Hochfrequenzlagen mit jeweils über 5.000 Passanten/Stunde. In München sind dies in der Reihenfolge ihrer Frequenzstärke die Lagen Kaufingerstraße, Neuhauser Straße, Weinstraße, Tal sowie Sendlinger Straße. In Berlin erreichen die Lagen Tauentzienstraße, Kurfürstendamm, Alexanderplatz und Friedrichstraße dieses Niveau. Bei den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen das Maß der Dinge. Insgesamt zwölf Städte erzielen dort mit ihrer jeweiligen Spitzenlage Frequenzen oberhalb von 5.000 Passanten/Stunde.
Fußgängerzonen schneiden deutlich besser ab als Fahrstraßen
Rund die Hälfte der insgesamt gezählten Passanten bewegte sich durch die 70 untersuchten Einkaufsstraßen der zehn größten Metropolen. Erstmals hat JLL analysiert, inwieweit sich in dieser Grundgesamtheit die Passantenzahlen in Fußgängerzonen und Fahrstraßen unterscheiden. Wie erwartet weisen Fußgängerzonen deutlich höhere Passantenzahlen auf. Im Durchschnitt liegen diese bei knapp 6.600 Passanten/Stunde. In den Fahrstraßen ermittelt JLL dagegen nur durchschnittlich 3.600 Passanten/Stunde. Die berechtigte Forderung nach gut erreichbarem Parkraum wird hierdurch laut JLL zumindest ein wenig relativiert.
Die 50 wichtigsten deutschen Einkaufsstraßen müssen den Onlinehandel nicht fürchten
„Einmal mehr zeigt sich, dass die 50 wichtigsten Einkaufsstraßen in Deutschland in sehr stabiler Verfassung sind und den Onlinehandel nicht fürchten müssen. Auch in der Zusammensetzung dieser erweiterten Spitzengruppe zeigt sich über die Jahre wenig Veränderung. Auf den Rängen 50 bis 100 sowie 100 bis 150 zeigt sich jedoch gegenüber dem Vorjahr ein durchschnittlicher Rückgang der Frequenzen um jeweils über zehn Prozent. Letztlich entscheidet jedoch nicht die Stadtgröße sondern die Attraktivität der Lage über den Erfolg. Die Konsumenten schätzen nach wie vor einen ausgedehnten Einkaufsbummel in ‚ihrer‘ Einkaufsstraße, wenn sie dort einen kompletten Mietermix und eine hohe Aufenthaltsqualität vorfinden. Hier müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen und das überwiegend hohe Niveau unserer Einkaufsmeilen durch Investitionen aufrechterhalten“, sagt Dirk Wichner, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland bei JLL.