Wie sehen Sie Messen wie die Expo Riva Schuh, die Shoes und die Micam?
Die Expo Riva Schuh hat einen klaren Schwerpunkt im Private Label-Bereich. Sie ermöglicht Händlern, zum frühen Zeitpunkt ihre Eigenmarkenkollektionen zu konzipieren. Und sie ist ein Networking-Event. Die Shoes und die Micam zeigen das modische Segment. Die Shoes bietet dabei Informationen und einen allgemeinen Überblick. Und die Micam rundet die Messetermine ab und lädt die Händler dazu ein, die bestätigten Trends zu ordern. Wir ermutigen die Händlerinnen und Händler durchaus dazu, diese Messen zu besuchen. Man muss aber auch sehen, dass wir angespannte Zeiten erleben. Viele Händler leiden unter Personalmangel bei steigenden Kosten und verzichten daher auf Reisen zu Messen. Natürlich ist es aber wichtig, mit dem Sortiment Begehrlichkeit beim Endverbraucher zu wecken. Dafür muss der Handel informiert sein.
Was planen Sie im Hinblick auf die Gestaltung und das Rahmenprogramm der kommenden Messen in Mainhausen?
Wir arbeiten weiter an der Struktur der Messen, um unseren Ausstellern und Besuchern ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen. Dazu gehört, dass wir Themen gruppieren und konzentrieren. Wir haben rund 250 Marken in den Messehallen und mit der Ordercenter-Erweiterung knapp weitere 100 im O1. Und es gibt Anfragen von weiteren potenziellen Ausstellern. Es ist also Bedarf nach noch mehr Platz vorhanden. Das gilt es, sinnvoll zu gestalten. Wir arbeiten auch weiter an der Atmosphäre in den Messehallen. So haben wir eine Modenschauinitiiert und befassen uns mit dem Thema Hintergrundmusik.
Zur Atmosphäre gehört auch die immer wieder aufkommende Kritik an den Messeständen: Die Lochregalwände, so heißt es, seien wenig inspirierend. Haben Sie da alternative Konzepte in Arbeit?
Ich gebe Ihnen recht, dass Leidenschaft nicht gerade durch Lochregalwände unterstützt wird. Es ist nicht das Perfect Match. Aber es ist eine pragmatische Lösung, wenn man bedenkt, dass übers Jahr sehr verschiedene Veranstaltungen im Mainhausen stattfinden. Wir arbeiten an Alternativen. Kurzfristig lässt sich eine bessere Optik durch Folierungen erzeugen. Dieses Angebot besteht für Aussteller. Wir sehen, dass immer mehr Marken diese Möglichkeit nutzen.
Inwieweit sind Sie in Abstimmung mit anderen Messeakteuren?
Grundsätzlich halte ich es für unerlässlich, dass die Akteure der Branche miteinander sprechen. Es geht nur zusammen, darum ist es wichtig, den Austausch zu pflegen. Auch in dieser Hinsicht hat die Initiative #schuhhandelhatzukunft viel bewegt. Es braucht eine Entwicklung in der Branche, es muss Schritt für Schritt nach vorne gehen.
Wie sieht es mit der Abstimmung mit dem SABU aus – auch im Hinblick auf die Idee, gemeinsame Messen zu organisieren?
Wir sind mit dem SABU zu verschiedenen Themen im Austausch, etwa zur Wissenswelt. Was das Messethema angeht, so hat sich am aktuellen Stand nichts geändert. Es gibt noch zu viele Fragezeichen, als dass kurzfristig gemeinsame Messen stattfinden könnten.