Die Konsumgenossenschaft Weimar eG hat nach eigenen Angaben ein Insolvenzverfahren abgewendet. Das Unternehmen hatte sich seit Juli 2025 in einem vorläufigen Verfahren in Eigenverwaltung befunden. Nun sei eine außergerichtliche Einigung mit Banken, Gläubigern und Partnern gelungen – ein Schritt, der dem Unternehmen und seinen Beschäftigten nun vor Weihnachten etwas Luft verschafft. Das geht aus mehreren Medienberichten hervor.
Die Genossenschaft betreibt unter anderem das Goethe- und Schillerkaufhaus in der Weimarer Innenstadt sowie weitere Filialen in Jena, Gera, Nordhausen, Dresden und Chemnitz. Der Geschäftsbetrieb bleibt laut den Berichten regulär geöffnet, auch die Tochtergesellschaft Fashion & Style GmbH & Co. KG, zuständig für Mode- und Schuhsortimente, ist laut Unternehmensangaben nicht eingeschränkt.
Wesentlicher Bestandteil der Sanierung war die Aufgabe mehrerer nichtprofitabler Filialen, unter anderem in der Weimarer Schillerstraße. Ziel sei es, das Sortiment künftig stärker in größere Häuser zu integrieren.
Die Konsumgenossenschaft zählt rund 6.000 Mitglieder und beschäftigt etwa 200 Mitarbeitende. Für sie bedeutet die Einigung vor allem Sicherheit und Planungsperspektive. Die Geschäftsführung kündigt an, in Kürze weitere Details zum Neustart bekannt zu geben.
Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind laut Unternehmensangaben hohe Rückzahlungsverpflichtungen aus der Corona-Zeit, ein gescheitertes Sanierungsdarlehen sowie der strukturelle Wandel im Einzelhandel. Das veränderte Kaufverhalten – insbesondere die Verlagerung zum Online-Shopping – belastet stationäre Händler zunehmend.
Begleitet wurde das Verfahren durch die Kanzlei Schultze & Braun, den Genoverband e.V. sowie einen Gläubigerausschuss. Als vorläufiger Sachwalter wurde Rechtsanwalt Rolf Rombach (Erfurt) bestellt.
Die Konsumgenossenschaft mit über 150-jähriger Geschichte betont, dass die Mitgliedschaft sowie damit verbundene Vorteile wie Rabatte und Aktionen bestehen bleiben. Über weitere Schritte will sie regelmäßig auf ihrer Website und dem Meinkonsum-Portal informieren.