Insgesamt wird für den Juli ein Konsumklima von -25,4 Indexpunkten erwartet. Erstmalig würde damit der Wert nach acht Anstiegen im Vormonatsvergleich sinken. Auch im Juni sei die Verbraucherstimmung von einer zunehmenden Verunsicherung geprägt, heißt es vom GfK. Dies zeige sich vor allem an dem Anstieg der Sparneigung. Diese soll um rund fünf Punkte ansteigen. Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte, kommentiert: „Nach acht Anstiegen in Folge muss das Konsumklima einen ersten Rückschlag hinnehmen. Nach wie vor hohe Inflationsraten von derzeit etwa sechs Prozent knabbern spürbar an der Kaufkraft der Haushalte und verhindern, dass der private Konsum seinen positiven Beitrag leisten kann.“
Auch die Einkommensaussichten der Konsumenten sinken erstmalig um 2,4 Punkten auf -10,6 Punkten. Aufgrund der hohen Inflationsraten gehen private Haushalte von realen Einkommenseinbußen aus, so GfK. Diese können auch nicht durch voraussichtliche Lohn- und Gehaltssteigerungen kompensiert werden. Vom privaten Konsum sei deshalb kein positiver Beitrag zur konjunkturellen Entwicklung in Deutschland zu erwarten. Die Anschaffungsneigung bleibt auf niedrigem Niveau stabil und befindet sich trotz der Steigerung von 1,5 Indexpunkten auf einem Wert von -14,6 Punkten.
GfK prognostiziert ferner eine Abschwächung des Konjunkturoptimismus. Hier verliert der Indikator 8,6 Punkte und sinkt damit auf 3,7 Punkte. Dies spiegle vor allem die Verunsicherungen der Verbraucher im Hinblick auf weitere wirtschaftliche Entwicklungen wider. „Auf der einen Seite ist die anhaltende stabile Beschäftigungslage eine wichtige Stütze, auf der anderen Seite sorgt die restriktive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für Konjunktursorgen“, heißt es seitens GfK. Der EZB bliebe aktuell nur die Gratwanderung zwischen der Anpassung der Inflation auf das Niveau von 2 Prozent und gleichzeitig der Verhinderung einer Schwächung der Wirtschaft.