Bei den deutschen Verbrauchern lässt die gute Stimmung der vergangenen Monate langsam nach. Die Konjunkturerwartung geht – wie bereits im Vormonat – deutlich zurück. Laut den Experten der GfK steht dieser Indikator offenbar besonders unter dem Eindruck der anhaltenden Flüchtlingskrise.
Im Sog sinkender Konjunkturaussichten muss auch die Anschaffungsneigung im Oktober Einbußen hinnehmen. Trotz dieses neuerlichen Rückgangs ist die Konsumfreude immer noch sehr ausgeprägt. Vor allem stabile Beschäftigungsverhältnisse sowie spürbar steigende Einkommen sind die wesentlichen Stützen. Die positive Stimmung zeigt sich aber auch in der Realität. Nach den ersten vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung im Einzelhandel ist der Umsatz im August real und nominal um jeweils 2,5% gegenüber August 2014 gestiegen. Für die ersten acht Monate dieses Jahres steht sogar ein reales Plus von 2,8% im Vorjahresvergleich zu Buche (nominal 2,6%). Allerdings fließt lediglich etwa ein Drittel des verfügbaren Einkommens der Verbraucher in den Einzelhandel. Den Rest des Geldes geben sie für Freitzeitangebote, Urlaub, Versicherungen oder Dienstleistungen aus.
Für November 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 9,4 Punkte nach 9,6 Zählern im Oktober. Hierbei handelt es sich bereits um den dritten Rückgang in Folge. Niedriger stand der Indikator zuletzt im Februar. Allerdings ist das Niveau laut GfK nach wie vor durchaus zufriedenstellend. Die weitere Entwicklung der Konsumstimmung werde vor allem auch davon abhängen, ob sich die Verunsicherung hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung weiter verstärke, so die Experten. Sollte dies der Fall sein und die Beschäftigten zunehmend Angst um ihren Job bekommen, werde dies der Konsumfreude einen deutlichen Dämpfer versetzen. Furcht vor Jobverlust lasse die Planungssicherheit bei den Konsumenten schwinden. Dies dürfte insbesondere größere Anschaffungen beeinträchtigen.