Bis zum Jahr 2020 soll der Online-Umsatz von Adidas von derzeit einer auf vier Mrd. Euro ausgebaut werden. Das teilte vor kurzem Kaspar Rorsted, der neue Chef des Sportkonzerns, mit. „Der Fachhandel kann mit einer solchen extremen Ausweitung des Adidas-Online-Handels nicht zufrieden sein“, erklärte dazu Peter Thürl, Sprecher des Verbands Deutscher Sportfachgeschäfte (VDS). Über die Kritik des Fachhandels hatte zuerst das ’Handelsblatt‘ berichtet.
Laut Thürl befürchtet der Handel deutliche Umsatzeinbußen. Der VDS fordert daher von Adidas ein faires Miteinander. Gefragt seien zudem Intersport und Sport 2000. Die beiden Verbundgruppen sollten mit Adidas „einzelhandelsfreundliche Regelungen“ aushandelten, forderte Thürl. Eine Adidas-Sprecherin betonte gegenüber der dpa, der Sportfachhandel sei für Adidas ein wichtiger Partner, mit dem man eng zusammenarbeite. Den Vorwurf, Adidas benachteilige kleinere Fachhändler, wies sie zurück. Die Sprecherin räumte allerdings ein, dass etwa Spezialgeschäfte für Sneakers „selektiv“ beliefert würden. Zudem stehe es jedem Händler frei, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen, so die Sprecherin.