Das können Kunden auch beim alljährlichen Lagerhallenverkauf. Dann, sagt Niklas Krohn, sei Remmidemmi in Eutin. Mit Bierwagen, Currywurstbude und DJ wird für Stimmung gesorgt und wer kommt, kann Schnäppchen machen. Fünf Tage lang dauert der Spaß und ist in der ganzen Region bekannt. Und für das Team gibt es Weihnachtsfeiern und Sommerfeste. „Party machen, das können wir hier.“
Niklas Krohn hört nie auf, seine Herangehensweise zu hinterfragen. Er sucht den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, engagiert sich in seiner Erfa-Gruppe und hat im Blick, wo Prozesse optimiert werden können. Gemeinsam mit einem Berater seiner Verbundgruppe, der ANWR, wurde das Unternehmen vor einigen Monaten durchleuchtet. Alles wurde auf den Kopf gestellt – bis hin zum Lager. „Wir haben jahrelang über vieles gar nicht nachgedacht, einfach weil das immer so gemacht wurde. Aber das heißt nicht, dass es deshalb heute noch richtig ist.“ Das Ergebnis der Analyse waren keine millionenschweren Investitionen, sondern viele kleine Veränderungen in den Abläufen. Ein Ergebnis: Heute gelangt die Ware schneller in die Filialen als früher.
Der junge Unternehmer aus Norddeutschland gehört zu einer Generation von Händlern, die den Strukturwandel nicht erlebt haben, sondern mit ihm groß geworden sind. Personalmangel, steigende Kosten, schwierige Markenpolitik – all das kennt er. Und trotzdem klingt er selten resigniert. „Ich fand es früher betrüblich, wie negativ die Stimmung im Schuhhandel oft ist. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es besser ist, die Dinge positiv zu sehen und etwas zu wagen.“ Das wünscht er sich übrigens auch von der Industrie. Im Moment sei die Branche sehr von Vorsicht geprägt. Verständlich, einerseits. Aber andererseits „müsste man jetzt Impulse setzen und neue Trends präsentieren“. Die Menschen wollten durchaus inspiriert werden. „Aber wenn sie dann in einem Schuhgeschäft Modelle präsentiert bekommen, die sie schon kennen, ist niemandem geholfen.“ Auch darum arbeitet Niklas Krohn gern mit Textilien. „Da kommt einfach immer etwas Neues.“
Sein Einstieg in die Branche sei schon eine ungewöhnliche Geschichte gewesen, sagt Niklas Krohn. Aber bereut hat er den Schritt, gleich mit sechs Standorten zu starten, nie. Er mag, was er tut. Er strahlt Ruhe, Zuversicht und Freude aus. So vieles an seiner Arbeit sei schön, betont er. „Aber was mich am meisten erfüllt, ist der Teamspirit hier bei uns.“