Segeltücher, so Moormann, werden im Schnitt alle fünf Jahre ausgetauscht. Da es sich bei Dacron jedoch um ein erdölhaltiges Polyester-Produkt handelt, ist dieses nicht recycelbar und wird üblicherweise als Sondermüll verbrannt. Dafür zeichnet das Material besondere Eigenschaften wie die erhöhte Strapazierfähigkeit sowie die hohe Formstabilität aus. Ideal für die Upcycling-Idee, fand Moormann damals, und entwickelte aus Segeltüchern ihres eigenen Bootes den ersten Sneaker. Der erste Test erwies sich als Erfolg und das Feedback positiv. Es folgten die ersten Kooperationen: Nachdem Moormann auch die alten Segeltücher von Bekannten einsammelte und diese im Store in Hamburg verarbeitete, kam der Kontakt zu örtlichen Segelclubs und Produktionsstandorten in Portugal. Dort wird gemeinsam mit regionalem und natürlichem Material der 8Beaufort.Hamburg-Sneaker produziert. So achtet der Hersteller beim in Portugal produzierten Leder auf eine chromfreie Gerbung. Für die 8, also dem Markenlogo auf den Schuhen, und weitere Applikationen schloss man sich mit einem Unternehmen für Rettungswesten zusammen. Der Firmenstandort Hamburg entwickelte sich derweil zu einer Kombination aus Store, Showroom, Segellager und Büro – alles mit Anschluss zum Meer.
Für den außergewöhnlichen Namen 8Beaufort.Hamburg ließ man sich von der Beaufort-Skala für Windstärke inspirieren. Diese spielt besonders beim Segeln eine wichtige Rolle. Die achte Stufe der Skala lässt sich ungefähr deuten wie: „Kurz vor Sturm“ – Eine Wahrnehmung, die auch dem Unternehmen nicht unbekannt ist. 2018 gegründet, ging die erste Kollektion ein Jahr später an den Markt. Trotz vorsichtiger Erwartungen sowie Vorerfahrungen im Vertrieb von anderen Marken zeigte sich Moormann äußerst zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Auf die im darauffolgenden Jahr eingetroffene Corona-Pandemie war das Unternehmen jedoch ebenso wenig vorbereitet, wie andere, erklärt Moormann weiter. Nicht nur schränkte die Pandemie in der Personalsuche ein oder bremste das allgemeine Geschäft, auch eine Produktionsstätte in Portugal hatte stark unter den Bedingungen zu leiden. Die Suche nach neuen Lieferanten war schwierig, letzten Endes aber glücklicherweise erfolgreich. Natürlich musste die Sneakermarke auch hier in den letzten Jahren bereits die Preise erhöhen, Gegenwind vom Handel gab es dafür jedoch kaum.