Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigerte die deutsche Lederwarenindustrie in den ersten sechs Monaten 2018 ihren Umsatz um 12,4 Prozent auf 334,8 Mio. Euro. Die größten Impulse habe das Inlandsgeschäft gegeben, berichtete Manfred Junkert im Vorfeld der ILM Summer Styles in Offenbach (1. bis 3. September 2018). Getrieben von der guten Konjunktur kletterten die Verkäufe um 12,7 Prozent auf knapp 230 Mio. Euro. Aber auch das Auslandsgeschäft entwickelte sich mit einem Plus von 9,7 Prozent (105,3 Mio. Euro) dynamisch. Auf den ersten Blick sehe damit alles gut aus, so Junkert. Doch aufgrund der „tiefgreifenden Veränderungen im Einzel- und Online-Handel“ profitierten nicht alle Unternehmen der Lederwarenindustrie von der aktuellen Branchenentwicklung.
Lederwarenindustrie steigert Exporte
Die Exporte aus Deutschland stiegen um 2,3 Prozent auf 943 Mio. Euro. An der Spitze der Abnehmerländer liegen die „üblichen Verdächtigen“, führte Junkert aus: Frankreich vor der Schweiz und Österreich. Fast zwei Drittel der Exporte gehen in den europäischen Binnenmarkt.
In Asien beobachtet Junkert „erstaunliche Entwicklungen“. Während der Exportwert nach China (-11,1 Prozent) und Japan (-13,4 Prozent) im ersten Halbjahr jeweils zweistellig zurückging, zogen die Ausfuhren nach Südkorea um 26 Prozent auf 27 Mio. Euro an. Junkert hofft daher, dass die deutsche Industrie von dem Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU profitieren. Im Zuge dessen sollen die Zölle von aktuell 16 Prozent binnen zehn Jahren komplett abgebaut werden.
Der Importwert ist im ersten Halbjahr 2018 um 3,9 Prozent auf 1,68 Mrd. Euro gefallen. China bleibt mit einem Anteil von 40,8 Prozent das wichtigste Lieferland für Lederwaren und Koffer. Allerdings fällt der Anteil seit Jahren. Junkert: „Wir waren auch einmal bei über 50 Prozent.“
Die Stimmung in der deutschen Lederwaren- und Kofferindustrie bezeichnete Junkert als gut. Die Mehrheit der Unternehmen rechne auch in der zweiten Jahreshälfte mit steigenden bzw. konstanten Umsätzen. Am Ende des Jahres werde die deutsche Lederwarenindustrie daher wohl auf jeden Fall ein Plus erzielt werden.