Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie, hat gute Zahlen mit nach Offenbach gebracht. Anlässlich der ILM Summer Styles vom 10. bis 12. September ließ er die erste Jahreshälfte Revue passieren.
Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie steigerte ihre Gesamtumsätze um 9 Prozent auf 283,6 Mio. Euro. “Besonders positiv entwickelte sich der Inlandsumsatz nach der Durststrecke der vergangenen zwei Jahre”, so Junkert. Das Plus von 7,2 Prozent auf 203,7 Mio. Euro führt er auf die gute Konsumstimmung und die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück. Die größten Impulse kamen allerdings aus dem Ausland. Der Auslandsumsatz stieg um 13,5 Prozent auf 79,9 Mio. Euro.
Auch der Export liegt im Plus: Aus Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2016 Lederwaren im Wert von 864,3 Mio. Euro exportiert (+9%). An der Spitze der Abnehmerländer liegen wie in der Vergangenheit Frankreich, Österreich und Großbritannien. Auch wenn die Folgen des Brexits und der damit verbundenen Verhandlungen schwer einzuschätzen seien, geht die Industrie künftig zunächst einmal aber von einer “Schwächephase” aus, so Junkert.
Das Geschäft mit Russland habe dagegen eine “Talsohle” erreicht. Mit einem Minus um 0,5 Prozent auf 13,5 Mio. Euro blieben die Umsätze nahezu konstant. Überdurchschnittlich stark stiegen die Exporte nach China mit +25,6 Prozent auf 24,1 Mio. Euro.
Der Anstieg der Erzeugerpreise hat sich verlangsamt und liegt nun bei 1,3 Prozent. Allerdings stiegen diese bei Lederwaren und Koffern immer noch deutlich stärker als die die Erzeugerpreise des verarbeitenden Gewerbes insgesamt. Diese gingen im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent zurück. Junkert erkennt daher “Anzeichen”, dass sich die Produktion wieder näher an den Markt zurück nach Europa bzw. in angrenzende Länder verschiebe. Dieser Schritt biete den Unternehmen auch mehr Flexibilität.
Die Lederwarenindustrie startet positiv gestimmt in die zweite Jahreshälfte. Zum Jahresende erwartet Junkert daher auf jeden Fall ein Plus unter dem Strich.