Obwohl die Marke ursprünglich aus dem Schuhhandel kommt, liegt der Fokus heute auf Bekleidung – insbesondere auf Konfektion, die das stärkste Segment ist. Schuhe machen rund 10 % des Umsatzes aus, gelten intern aber als strategisch bedeutsam. Auch der persönliche Bezug des Gründers zum Schuhhandel verstärkt diese Bindung.
Die Modelle sind optisch oft an traditionelle Bergschuhe angelehnt, aber für den Alltag gedacht und teils mit Materialien aus der Konfektion wie Tweed, Cord oder Loden gefertigt. Die Preisspanne beginnt bei rund 300 Euro, einzelne Modelle, beispielsweise Boots, können auch bis zu 900 Euro kosten. Die Frage, ob zukünftig eine Veränderung der Preise geplant ist, verneint Klemera. „Luis-Trenker-Kunden wissen genau, was sie für ihr Geld bekommen. Daran wollen wir nichts ändern, weder durch Aufpreis noch durch Abstriche.“ Im Markt bewegt sich das Label damit zwischen Premium und Luxus, mit Anzügen ab etwa 1.200 Euro und einem Designanspruch, der sich von klassischen Trachtenlabels ebenso abgrenzt wie von internationalen Luxusmodemarken. Klemera spricht von einer bewussten Positionierung abseits des Mainstreams: „Entweder man mag Luis Trenker – oder eben nicht.“
Produziert wird ausschließlich in einem kleinen Familienbetrieb in der italienischen Provinz Treviso, einer Region, die für ihre Schuhmacherei bekannt ist. Damit soll die regionale Verwurzelung und der alpine Lokalkolorit, den das Unternehmen verkörpern will, unterstreichen werden. Von der ersten Skizze bis zum letzten Nadelstich entsteht alles in traditioneller Handarbeit. Auch die meisten anderen Betriebe, mit denen gearbeitet wird, sind langjährige Partner und kleine
Handwerksunternehmen, die teilweise exklusiv für die Marke produzieren. „Wir wissen genau, wer unsere Schuhe macht“, sagt Klemera.
Nachhaltigkeit sieht das Label als Bestandteil der Unternehmensstrategie. Verwendet werden vor allem natürliche Materialien wie Leder oder Schurwolle. Langlebigkeit spielt eine zentrale Rolle; viele Modelle lassen sich neu besohlen. Auf Innovationen wie vegane Alternativen oder synthetische Stoffe verzichtet die Marke bislang weitgehend.