Fehlende Nachfrage, wenig Innovation
Doch was dämpft konkret die Stimmung im Herrenschuhbereich? Bei der Frage nach den größten Herausforderungen, mit denen sich die Händlerinnen und Händler konfrontiert sehen, belegt die Konsumzurückhaltung den ersten Platz. 65% der Befragten sehen hierin das größte Hindernis. Die darauffolgenden Plätze werden allesamt von der Konkurrenzproblematik belegt. Seien es der Onlinehandel, die Sportmarken oder der Direktvertrieb der Hersteller: Durch die verstärkte D2C-Strategie einiger Marken fühlen sich immer mehr Händlerinnen und Händler bedroht. Auch mangelnde Innovationen in den Kollektionen werden kritisiert; ist sie doch so wichtig, um der Konsumzurückhaltung zumindest etwas entgegenzusetzen.
Der Dauerrenner
Das zeigt sich auch in den modischen Themen, die im Fokus der Befragten liegen: Diese werden haushoch vom Sneaker dominiert. 91% der Händlerinnen und Händler sehen bei den Straßenschuhen nicht mehr nur einen Trend, sondern die wichtigste Produktgruppe. Outdoorschuhe befinden sich weit abgeschlagen mit 38% auf dem zweiten Platz, gefolgt von Hybrid schnürern (22%). Generell sinkt in vielen Geschäften der Anteil an Businessschuhen, wie die Umfrage zeigt: Nur jedes vierte Schuhgeschäft mit Herrenschuhen bietet einen Brown Shoe-Anteil von elf bis zwanzig Prozent an. Bei dem Großteil (56%) liegt der Anteil eher bei bis zu zehn Prozent. Dass bei einer solchen Vorherrschaft im Themenfeld gewisse Ermüdungserscheinungen erkennbar sind, ist daher nachvollziehbar.