“Wir sind zufrieden mit den Besucherzahlen, die auf Vorjahresniveau liegen”, erklärte Fabio Aromatici. Zwar seien weniger Händler aus Italien nach Mailand gekommen, dafür steige der Anteil der internationalen Gäste. “Vor allem die Besucherzahlen aus den USA, Russland und Asien entwickeln sich positiv”, so der ANCI-Geschäftsführer. “Unbefriedigend” lautete dagegen das Fazit von ANCI-Präsident Cleto Sagripanti mit Blick auf die vorläufige Bilanz der italienischen Schuhhersteller 2012.
Die Produktion ging wertmäßig um 1,4% auf 7,1 Mrd. Euro und mengenmäßig um 4,1% zurück, so dass die Grenze von 200 Mio. Paar Schuhen unterschritten wurde. Cleto Sagripanti machte für den Rückgang in erster Linie den Zusammenbruch des Inlandsmarktes verantwortlich, für den ein erheblicher Rückgang in der Menge um 15,6% verzeichnet wurde. “Die Rezession in Italien wirkt sich negativ auf das verfügbare Einkommen, das Vertrauensklima und das Einkaufsverhalten aus”, so Sagripanti. Dagegen zeige der Export “Licht und Schatten.” Deutschland liegt dabei auf der Schattenseite. Die Exporte nach Deutschland sanken um 8,5% im Wert und 15,7% in der Menge. Anlass zur Hoffnung geben den italienischen Schuhherstellern dagegen die zum Teil stark steigende Nachfrage in Russland, Japan und China.
Große Vielfalt – zu viel?
Das modische Angebot auf der Micam war sehr breit gefächert. “Man kann keine Tendenz erkennen. Der eine kauft spitz, der andere rund, der dritte Karrée”, erklärte Stefanie Albrecht von Brunate. Den einen oder anderen überforderte die Vielfalt. “Der Schuhfachhandel tut sich momentan sehr schwer mit der richtigen Auswahl.
Viele – zu viele – setzen nur auf Sicherheit”, bemerkte die deutsche Vertreterin eines großen, italienischen Labels. Stiefeletten lagen in Mailand auf Platz 1, daneben wurde Booties auf mittleren Höhen gut besprochen. Western-Einflüsse sind in der kommenden Saison wohl unverzichtbar. Kommt es zur Renaissance des Langschaftstiefels? Ger Boekhoorn von Lamica hat mehr Langschäfter verkauft als in den vergangenen Saisons und glaubt auch wieder an Overknees. “Der Handel hat bereits im letzten Winter sehr stark auf Stiefeletten gesetzt und musste feststellen, dass die Nachfrage nach Langschäftern doch größer war als gedacht”, so der Experte. Darüber hinaus liegen schmückende Details aus Metall – in Form von Metallbeschlägen an Absätzen und Sohlen, Nieten, Strasssteinen und Zipperdetails an Stiefeln – absolut im Trend.
Insbesondere goldene Elemente sind gefragt: “Schwarze Stiefel mit dezenten, eleganten goldenen Schnallen sind absolute Bestseller”, erklärte Roswitha Brandenburg von Dyva. Aber nicht alle Einkäufer waren von den omnipräsenten Nieten & Co. angetan: “Schön, dass es bei ihnen keine Nieten gibt”, so ein erleichterter Kunde zu Stefanie Albrecht.