Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt stetig an Bedeutung. Immer mehr Konsumenten beschäftigen sich stärker als bisher mit der Herkunft und Verarbeitung der angebotenen Produkte. Der Handel steht in seiner Funktion als Bindeglied zum Konsumenten dabei besonders vor der Herausforderung, Kundenwünsche frühzeitig zu erkennen und flexibel zu reagieren. Die aktuelle Frage des Monats der IFH-Konjunkturindizes zeigt, dass bereits fast jeder dritte stationäre und fast jeder vierte Online-Händler eine veränderte Nachfrage in Bezug auf nachhaltige Produkte beobachtet hat. Die Ergebnisse der Shopper-Befragung bestätigen dies: Rund die Hälfte der teilnehmenden Online-Shopper gab an, dass ihnen bei der Auswahl eines Online-Shops nachhaltige Produkte bzw. Produktions- und Arbeitsbedingungen wichtig seien. Gleichzeitig finden es viele Verbraucher schwierig nachzuvollziehen, ob die angebotenen Produkte auch wirklich nachhaltig produziert wurden.
Umstellungen im Sortiment bisher selten
Die Sortimentsgestaltung ist für den Handel ein zentrales Instrument zur Differenzierung im Wettbewerb und gehört häufig zur ersten Maßnahme in Sachen Nachhaltigkeit. Trotzdem sind nachhaltig ausgerichtete oder angepasste Sortimente bisher selten. Aktuell haben rund 29% der stationären Händler ihr Sortiment bereits umgestellt und nur 8,2% planen Anpassungen für die Zukunft. Nur jeder fünfte Online-Shop-Betreiber hat bereits Sortimentsveränderungen vorgenommen – knapp 18% der Befragten gaben an, eine Anpassung ihres Online-Sortiments zu planen. „Das zögerliche Verhalten der Händler ist in gewisser Weise verständlich. Die konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeit ist sehr komplex. Ab dem Moment der expliziten Kommunikation machen sich Händler auch überprüfbar, daher ist eine absolut umfassende Strategie gefordert“, so Bettina Seul, Nachhaltigkeitsexpertin des IFH Köln.