Am 11. November fand im westfälischen Werne der Kundentag des Warenwirtschaftssystem-Anbieters Etos statt. Kurz zuvor wurde angekündigt, dass Etos zum 1. Januar Teil der Brandt-Retail-Gruppe werden wird. Zu Brandt gehören auch die Warenwirtschaftssysteme Bits und His. Natürlich waren auch die Hintergründe zur Übernahme Thema. Jörg Frommann und Rolf Oppitz waren auf der Suche nach einer langfristigen Nachfolgeregelung, um das System und die Arbeitsplätze langfristig zu erhalten. Dr. Björn Brandt, Geschäftsführender Gesellschafter der Brandt-Retail-Gruppe, führt die Notwendigkeit einer Konsolidierung in dem Segment aus: „Der Markt für Warenwirtschaftssysteme mit Schwerpunkt modischer Einzelhandel ist am Ende zu klein, um wirtschaftlich sinnvoll und mit der finanziellen Kraft den technologischen und branchenspezifischen Anforderungen gerecht werden zu können.“ Der Markt schrumpfe, die Digitalisierung böte jedoch noch viel Rationalisierungspotenzial, das mit gebündelten Kräften am besten gehoben wird. Die Brandt-Retail-Gruppe betreut nach der Übernahme rund 1.200 Händler mit rund 3.500 Verkaufsstellen. Die bisherigen Etos-Gesellschafter Jörg Frommann, Frank Seithe & Rolf Oppitz bilden künftig einen Beirat und bleiben so involviert. Auch der Standort Bergkamen wird erhalten bleiben. Die existierenden Warenwirtschaftssysteme bleiben bestehen, es wird jedoch neue Entwicklungen als cloudbasierte Webanwendungen geben, die an alle Warenwirtschaftssysteme angebunden werden. Den Anfang macht die CRM-Applikation von Brandt, die künftig auch bei Apollon zur Verfügung stehen wird.
Aber auch über die Akquisition hinaus wurden auf dem Kundentag Themen besprochen. Schuhhändler Marcus Höhne (Schuhhaus Max Hittcher) berichtete von der Inbetriebnahme von Descartes Pixi, um ein chaotisches Lagersystem aufzubauen. Anstatt dass jeder Artikel seinen festen Platz im Lager hat, können die Artikel irgendwo im Lager abgelegt und durch einen Scan im System wiedergefunden werden. Statt eines geplanten Launches im Sommer war es erst mitten in der H/W-Saison so weit, dass das System aufgesetzt wird. Trotzdem hat sich der Umstieg gelohnt: Die Schulung von Schülerinnen und Schülern, die in den Herbstferien als Aushilfe eingestellt sind, dauert nun weniger als eine Stunde.
„Ich bin eigentlich gar kein Fan von Social Media“, erklärt der Schweizer Schuhhändler Daniel Walder. Trotzdem ist es ein wichtiges Tool und eine Lösung für viele aktuelle Herausforderungen . Social Media fördert Kundenbindung, das Image und Verkäufe. Auf Instagram hat Walder 9.200 Follower, auf Facebook 15.400. Eine wichtige Rolle für die authentische Bespielung des Kanals spielen die „Social Media Buddys“. Mitarbeitende, die Spaß an Social Media haben, verpflichten sich für ein halbes Jahr und produzieren ein Reel pro Monat. Die Arbeit wird vergütet und ist Teil der Arbeitszeit. So wird sichergestellt, dass der Arbeitsaufwand aufgeteilt und der Kanal strategisch genutzt wird.
Ein ausführlicher Bericht zum Etos-Kundentag folgt in der Ausgabe 48/25 am 26. November als ePaper und am 27. November in der Print-Version.