Die letzten Auslieferungen, insbesondere im Herbst, liefen in Teilen nicht zufriedenstellend für Däumling. Damit geht der Kinderschuhhersteller offen um. Schließlich kam ein Teil der Stiefel 2023 erst Ende Oktober an und 2024 waren einige Schuhe erst im Dezember im Handel.
Viele Probleme habe es mit einer Produktionsstätte gegeben, in der Däumling in den vergangenen Jahren einen Großteil seiner Schuhe hat produzieren lassen, sagt Peter Klan, Verkaufsleiter bei Däumling. Die Qualität von Seiten des Produzenten sei schlechter geworden, Fristen nicht eingehalten worden. Jetzt soll alles besser werden: „Wir haben nun
unsere komplette Produktion wieder in der eigenen Hand“, sagt Klan. Das Fabrikat wurde im November 2022 von Berkemann übernommen und kann dank der Strukturen des neuen Mutterunternehmens unabhängig von externen Partnern in Deutschland, Ungarn und Moldau produzieren.
Dank der Produktionsstätte in Moldau gibt es jetzt die Möglichkeit, Sohlen auch anzuspritzen, wodurch zunächst ein weiteres Problem entstand. „Wir waren da wohl etwas zu euphorisch“, beschreibt es Klan. Anstatt PU zu benutzen, setzt Däumling als Sohlenmaterial auf das zu 100% recycelbare TPE (Thermoplastische Elastomer). „Die Produktionsreste beim
PU sind Sondermüll, den man nicht verwerten kann. Wir wollten mit dem recycelbaren Stoff arbeiten, um ökologischer und effizienter zu arbeiten. TPE ist durch seine Flexibilität und seine Abriebwerte bestens zur Sohlenproduktion geeignet. Allerdings muss man hier auf andere Dinge bei der Produktion der Spritzformen achten. Dies machte es unter anderem auch nötig, den Formenbauer kurzfristig zu wechseln.“
Das verursachte Stress. Und kostete Zeit. Die Schuhe sind vergangenes Jahr teilweise im Dezember angekommen und liegen nun bei vielen Händlern noch in den Lägern. So führt ein Problem zum nächsten: Die verspäteten Liefertermine bedeuten, dass der Handel die Ware ins Lager stellt und mit entsprechend hohen Beständen und weniger Bedarf in die nächste Orderrunde geht.