5 Sätze, die bleiben
„Höre mehr zu, als du sprichst.“
Das ist gleichzeitig der beste Rat, den Maximilian Krien selbst je bekommen hat, und jener, den er seinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würde. „Bleib neugierig und hör nie auf zuzuhören“, sagt er. Denn so sehr sich die Schuhbranche auch verändert habe: Die wertvollsten Erkenntnisse kämen immer noch von den Menschen, die täglich mit den Produkten arbeiten und sie tragen. „Wer zuhört, lernt schneller. Wer neugierig bleibt, entwickelt sich weiter.“
„Digitalisierung – in diesem Tempo hätte ich sie nicht erwartet.“
Was Krien zu Beginn seiner Laufbahn unterschätzt hat, ist die Geschwindigkeit, mit der digitale Technologien die Branche verändern würden. „Früher ging es vor allem um Produkt, Einkauf und Verkauf. Heute beeinflussen Daten, digitale Kommunikation, Social Media und Omnichannel-Strategien nahezu jede Entscheidung.“ Gerade in der Kombination aus Innovation und traditionellem Know-how sieht er eine Chance für die Schuhbranche. „Die besten Ideen entstehen oft dann, wenn Erfahrung und neue Perspektiven zusammenkommen.“
„Ich vermisse die Verbindlichkeit und die persönliche Nähe vieler Geschäftsbeziehungen.“
Diese Aspekte fehlen ihm aus der alten Schuhwelt. Entscheidungen seien früher häufiger auf Messen oder im direkten Gespräch gefallen. Was dagegen gern in der Vergangenheit bleiben darf, ist für ihn das Denken in starren Vertriebswegen. „Der Kunde erwartet heute Flexibilität und kanalübergreifende Erlebnisse.“ Seine persönliche Beziehung zur Schuhbranche beschreibt er mit drei Worten: Emotionen, Menschen und Bewegung.
„Der stationäre Handel bleibt wichtig.“
Das gelte sowohl heute als auch in zehn Jahren. Die Funktion des stationären Handels werde sich allerdings weiterentwickeln: Geschäfte bleiben aus seiner Sicht vor allem „als Ort für Beratung, Erlebnis und Markeninszenierung“ relevant. Darüber hinaus erwartet Krien eine Schuhbranche, die „noch stärker datengetrieben, kundenzentriert und international vernetzt“ arbeitet. „Gleichzeitig werden Marken mit einer klaren Identität und glaubwürdigen Werten gewinnen.“ Für seine eigene Generation gehören dabei Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Geschwindigkeit auf die Agenda. Wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung seien für sie kein Gegensatz mehr.
„Kaum eine Branche verbindet so viele Welten.“
Warum heute noch in der Schuhbranche arbeiten? Kriens Antwort: „Weil kaum eine Branche Produkt, Emotion, Mode, Gesundheit und Handel so einzigartig verbindet.“ Der Schuh ist für ihn mehr als ein Konsumprodukt: „Schuhe begleiten Menschen jeden Tag. Wer in dieser Branche arbeitet, gestaltet nicht nur Produkte, sondern oft auch Lebensqualität und Bewegung.“ Was trägt jemand mit diesem Anspruch selbst am liebsten? Fußball- oder Skischuhe. „Für den Alltag sind die allerdings nur bedingt geeignet“, räumt er ein. Dann schlägt er doch den Bogen zu seinem aktuellen Arbeitgeber: „Im Alltag greife ich gerne zu bequemen und modischen Komfortschuhen“ – zum Beispiel zu den Comfort Knit-Modellen von Berkemann.