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Wie katastrophal war 2015 wirklich? Und was lehrt uns dieses Jahr? Wie wird 2016? Und was müssen die Akteure der Schuhbranche dazu beitragen, dass es ein gutes Jahr wird? Wird genug getan, um den Erfolg der gesamten Branche zu sichern? Warum sagen immer am Gardasee die Händler: ’Es gibt nichts Neues‘ und die Hersteller: ’Es gibt so viel Neues, aber der Handel will nur Bewährtes‘? Ist die Schuhbranche wirklich so wetterabhängig? Oder machen wir uns etwas vor, wenn wir mangelnde Kauflust mit schlechtem Wetter begründen? Warum wird seit Jahren mehr Partnerschaft zwischen Industrie und Handel gefordert, aber nicht gelebt? Wird es angesichts des offenkundigen Strukturwandels in unserer Branche jetzt neue Ansätze der partnerschaftlichen Zusammenarbeit geben – einfach weil es sie geben muss? Herrscht genug Vertrauen in der Branche? Und Ehrlichkeit? Und gibt es ein wirkliches Gleichgewicht in der Verteilung von Risiken und Verantwortung? Sind die Unternehmen des Schuhbusiness in der Lage, im Sinne einer neuen Partnerschaft Zugeständnisse zu machen? Oder wird Partnerschaft so verstanden, dass sich nur der andere bewegen muss?
Wann hört das fortwährende Flächenwachstum auf? Wer soll all die Schuhe kaufen, die derzeit im Markt sind? Und wer will sie ernsthaft kaufen? Ist es richtig, in erster Linie auf weiteres Wachstum und mehr Umsatz abzuzielen? Oder sollte es lieber weniger Wachstum, dafür aber eine nachhaltige Entwicklung sein? Fressen wirklich die Großen die Kleinen – oder entkommen die schnellen Kleinen den behäbigen Großen, weil sie näher an ihren Kunden, flexibler und zäher und weniger anfällig sind? Geht unsere Branche richtig mit dem Thema Digitalisierung um? Haben die Akteure das Thema überhaupt auf dem Radar? Ist allen klar, dass Digitalisierung nicht damit vollzogen ist, dass ein eigener Webshop eröffnet wird? Brauchen wir in einer digitalisierten Zukunft wirklich noch Messen? Und wie wirken sich digitalisierte Prozesse auf die Wertschöpfungskette aus? Ist die monatelange Entwicklung einer Musterkollektion noch zeitgemäß – während Vertikale binnen weniger Wochen neue Schuhe anbieten können? Ist es richtig, zu glauben, dass Vertikale wie Zara & Co. zwar modische, aber keine guten Schuhe herstellen können? Oder ist das blauäugig? Sind die richtigen Strategien gefunden, um neuen Mitbewerbern wie Amazon und Zalando die Stirn zu bieten? Oder wird mit den neuen Playern vor allem gehadert, statt sich wirklich mit ihrem Denken und Handeln auseinanderzusetzen? Hat unsere Branche vor den Online Pure Player längst kapituliert? Denken die Unternehmer in Handel und Industrie weit genug voraus? Und strategisch genug? Haben sie zu viel Angst? Und zu wenig Mut? Glauben die handelnden Personen in unserem Business wirklich an ihre Unternehmen? Lieben sie ihre Kunden? Ihre Firma? Und lieben sie das, was sie tun?