Kleine Fachgeschäfte etwa, deren Ladenlokal sich oftmals im Eigentum der Inhaber befindet, kommen – zumindest ohne Berücksichtigung von Opportunitätskosten – mit etwas niedrigeren Spannen zurecht als beispielsweise Filialisten, die ganz oder überwiegend in gemieteten stationären Geschäften verkaufen. Daher benötigen beispielsweise größere Filialbetriebe auch eine höhere erzielte Marge, um diese höheren, ausgabewirksamen Fremdkosten zu decken. Dies trifft insbesondere auf frequenzstarke, exponierte Innenstadtlagen zu, in denen oftmals Spitzenmieten erwirtschaftet werden müssen. Gleiches gilt für höhere administrative und IT-technische Aufwendungen, die in aller Regel als sprungfixe Kosten bei komplexeren Filialsystemen zu Buche schlagen.
Darüber hinaus werden bei der Berechnung der erzielten Kalkulation oftmals Skontoerträge separat ausgewiesen, da sie im engeren Sinne keine Minderung des Wareneinkaufs, sondern Finanzierungserträge darstellen, die aber zwingend in die Wirtschaftlichkeitsberechnung eines Handelsunternehmens einfließen müssen. Aus den genannten Gründen muss die Brutto-Ausgangskalkulation (erzielte Kalkulation) im Abschlag in großen Multilabel-Handelsorganisationen heute i.d.R. (deutlich) über 60 liegen, soll deren Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet sein.