Die Kollektionen erzählen unterschiedliche Geschichten. Mit The Shape Between setzt sich Laura-Marie May mit der Frage auseinander, wie Mode Geschlecht definiert und wie sie diese Definitionen überwinden kann. Die Desigerin verbindet eine grelle Pop-Art-Ästhetik mit Königsblau und Gelb. Alexander Ilenser untersucht in Internet Kid, wie Tiktok, Instagram und Algorithmen die Modeästhetik einer Generation prägen. Neon, Glitch und digitales Chaos übersetzt er in tragbare Entwürfe und macht damit die visuelle Sprache einer Generation sichtbar. In Legacy verbindet Anh Truong vietnamesische Tradition mit zeitgenössischer Hip-Hop-Streetwear. Elemente des Ao Dài treffen auf urbane Silhouetten und erzählen eine persönliche Geschichte über Identität und kulturelle Zugehörigkeit. Mit State of Gaze beschäftigt sich Laurin Werwinski mit dem Female Gaze in der Modefotografie. Im Zentrum stehen Fragen nach Repräsentation und Macht: Wer fotografiert, wer wird gezeigt und wie verändert sich der Blick auf Körper und Weiblichkeit? Sarah Homann widmet sich Mit FC Samba League
der Verbindung von Sport, Mode und weiblicher Sichtbarkeit. Inspiriert von den Farben Brasiliens, WM-Songs und der Idee, dass Fußball längst nicht mehr nur Männersache ist, verbindet die Kollektion Sportswear mit femininen Silhouetten. Damit rückt sie die immer noch zu geringe Bedeutung des Frauenfußballs als kulturelles und modisches Phänomen in den Mittelpunkt.
Die Abschlussmodenschau bildet den Höhepunkt eines mehrmonatigen Entwicklungsprozesses. Von der ersten Recherche und Skizze über Materialwahl und Schnittentwicklung bis zur finalen Inszenierung entwickeln die Studierenden ihre Kollektionen eigenständig. Die präsentierten Looks zeigen dabei, wie junge Designerinnen und Designer Mode als Ausdruck persönlicher und gesellschaftlicher Themen verstehen.