Das Jahr läuft im Schuhfachhandel bislang verhalten und ist bei den Händlern, mit denen wir für unsere aktuelle Umfrage gesprochen haben, durch klar abgrenzbare gute und schwache Phasen geprägt. Wann die guten Phasen sind, unterscheidet sich, aber sie sind immer durch Bedarfe gekennzeichnet. Für die Wochen, in denen es diese nicht gibt, melden die Händlerinnen und Händler schlechte Zahlen.
Der Handel muss in der Lage sein, schnell zu reagieren, um in den guten Phasen das Maximum rauszuholen und Schwächephasen zu überbrücken. Händler schauen daher umso mehr darauf, welche Hersteller Möglichkeiten bieten, gut laufende Modelle nachzuziehen. „Der Saisonverlauf ist heute enorm volatil und verlangt eine intensive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie“, sagt beispielsweise Britta Goertz, Schuhhaus Meyer. Sie will Hersteller noch stärker in die Pflicht nehmen und sich auf diejenigen fokussieren, die den Handel in der Saison gut begleiten. Ähnlich sieht es Alexander Körner, Schuhe Körner. Auf die Frage, ob die Hersteller bereit seien, diesen Weg mitzugehen, antwortet er abwägend: „Mit einigen funktioniert das besser, mit anderen schlechter.“
Daran zeigt sich, dass partnerschaftliches Arbeiten ein echter Wettbewerbsvorteil für die Hersteller ist. Auch wenn oft der Eindruck entsteht, dass der Handel langsamer ist, gibt es auch unter den Marken klare Unterschiede. Das beide Seiten profitieren, bestätigen Daniel Cholewik und Werner Müller vom italienischen Schuhanbieter Falc (Candice Cooper).
Der Markt ist hart umkämpft und bietet nicht viele Wachstumschancen. Das Sortiment noch besser auf den aktuellen Bedarf auszurichten, ist ein Bereich, an dem angesetzt werden kann. Dafür braucht es noch mehr Partnerschaft.