Risikoverteilung – das Thema liegt dem SABU-Geschäftsführer seit Jahren am Herzen. Nach wie vor, sagt er im Interview in dieser Ausgabe, liege zu viel Verantwortung beim Handel. Zu viel Ware werde zu früh geordert und fast die Hälfte davon bleibe am Ende der Saison, weil „falsch“, am Point of Sale liegen. Der Handel könne von Abverkäufen um die 60% nicht leben, stellt Krug dar und verweist auf eine bessere Nachlieferfähigkeit, tragfähige NOS-Strategien und eine adäquate Eingangskalkulation. Auch seien die Lead-Times immer noch zu lang. Hier müsse die Industrie nachbessern.
Aktuell ist der Druck auf die Schuhhersteller besonders groß. Die Zahl der Händler nimmt ab. Es ist daher nachvollziehbar, dass die Industrie versucht, Aufträge so früh wie möglich in der Orderrunde zu fixieren. Andererseits hat der Handel gerade jetzt die Möglichkeit, diesem Druck nicht nachzugeben. Der SABU-Geschäftsführer betont im Interview auch, dass die Industrie ebenfalls Geld verdienen müsse, und erteilt damit etwaigen Forderungen nach einem ausschließlichen Entgegenkommen der Lieferanten eine Absage. Schließlich wünsche sich der Handel gute Kollektionen, Marketingaktivitäten und Service. Das alles kostet Geld. Und Krug nimmt auch den Handel in die Pflicht. Ein starkes Wachstum im Markt sei in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Zugleich steigen die Kosten. Das bedeute, dass der Handel in seine operative Exzellenz investieren muss. Wo immer möglich, müssten Prozesse digitalisiert und automatisiert werden. Nur so, ist Krug überzeugt, lassen sich wirklich greifbare Einsparungen vornehmen.
Wenn die Schuhbranche eine erfolgreiche Zukunft haben soll, müssen sich beide Seiten weiter bewegen. Anders wird es nicht gehen.