Das Zwischenmenschliche, sagt Steffanie Schneider, habe sie schon immer besonders interessiert. Bei vielen ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeiten habe sie eine Vermittlerrolle eingenommen und immer wieder gespürt, „dass ich das gut kann, dass Menschen mir vertrauen“. Über das Thema Mediation habe sie gelegentlich nachgedacht. Und irgendwann wurde Steffanie Schneider durch ein Angebot des Handelsverbands auf eine Mediationsausbildung aufmerksam, das ihr Mann Jochen Schneider, seinerzeit Schuhhändler, an sie weitergeleitet hatte. „Ich dachte: Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Sie wissen, wo der Kühlschrank ist und wo der Supermarkt. Ich könnte das machen.“ Die Ausbildung bestärkte Steffanie Schneider, diesen Weg weiterzugehen. 2019 machte sie sich als Unternehmensberaterin und Mediatorin selbstständig. Vier Jahre später entschied sich Jochen Schneider, das Familienunternehmen zu verkaufen.
Seitdem betreut Steffanie Schneider Firmen unterschiedlicher Branchen, arbeitet auf Ebene von Geschäftsführung, Führungskräften und Mitarbeitenden, vermittelt Wissen und verbessert die Funktionsfähigkeit der Zusammenarbeit. Den Anfang bildet dabei immer ein Gespräch. „Ich lasse mir die Situation beschreiben. Meist zeigt sich dann, in welche Richtung es gehen wird.“ Sieht es nach einer notwendigen Mediation aus, sagt Schneider, dass sie lieber keine weiteren Infos benötige, um nicht voreingenommen an das Projekt heranzugehen. Geht es um Change Management, braucht sie dagegen mehr Input, um Ideen entwickeln zu können. Ist das Projekt dann einmal umrissen, macht sich Schneider an die Arbeit. „Mein Ziel ist es immer, dass ich so effizient wie möglich arbeite“, sagt die Unternehmensberaterin. „Ich möchte Firmen und Menschen weiterbringen, damit sie wieder produktiver und effizienter werden. Damit sie ohne Bauchschmerzen zur Arbeit gehen können. Das steht bei mir im Vordergrund.“
Manchmal hat sie dickere Bretter zu bohren. „Einmal begleitete ich eine Abteilung, in der alle gegeneinander arbeiteten. Es ging um Hierarchien und Kompetenzen und einen hohen Krankenstand. Wir haben uns gemeinsam an die Arbeit gemacht. Heute konzentrieren sie sich auf Sachthemen – alle emotionalen Konflikte sind gelöst. Das macht die Menschen produktiver. Solche Ergebnisse machen mich sehr glücklich und bestärken mich in meiner Arbeit“, sagt Schneider. Gerade in herausfordernden Zeiten sei das Betriebsklima besonders wichtig. „Dann gilt es, dass alle zusammenhalten und sich gemeinsam für den Erfolg des Unternehmens einsetzen. Und das geht nicht, wenn die Menschen untereinander Konflikte haben.“ Darum sei es wichtig, mit den Menschen gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, „denn nur dann stehen sie auch dahinter.“