Internet-Shopper kaufen in erster Linie Kleidung und Schuhe (53%) in ausländischen Shops, gefolgt von Büchern, Musik, Filmen und Videospielen (37%). Online-Läden aus Großbritannien (52%) und den USA (39%) sind dabei am beliebtesten.
Die zentralen Gründe für den grenzüberschreitenden Einkauf sind bessere Preise – das sagen knapp zwei Drittel der Befragten (63%) – sowie die Verfügbarkeit von Waren, die in deutschen Shops nicht erhältlich sind (53%). Dabei gibt es aus Verbrauchersicht aber auch gewichtige Argumente, die gegen den Kauf im Auslands-Shop sprechen: Online-Shopper, die bisher noch nie in einem ausländischen Shop eingekauft haben, nennen dafür Bedenken in Hinblick auf Garantie, Gewährleistung und Widerruf (50%), zu hohe Versandgebühren (46%) sowie Unklarheit bei den Zollgebühren (46%) als Begründung. Sie ließen sich am ehesten durch kostenlose Retouren, eine sichere Zahlungsabwicklung und eindeutige Hinweise zu Zollgebühren davon überzeugen, in einem ausländischen Shop einzukaufen.
Ein Drittel der Auslands-Shopper berichtet über schlechte Erfahrungen
Knapp zwei Drittel der Auslands-Shopper (64%) gaben an, dass sie mit ihren Einkäufen im Ausland zufrieden waren. Probleme gab es bei den übrigen 36%. Hier kam es beispielsweise zu längeren Lieferzeiten oder unerwarteten Zollgebühren. Zwei Drittel (67%) berichteten, dass die Ware gut verpackt und unbeschädigt angekommen ist und sie den Bestellvorgang als unkompliziert empfunden haben. Eine gute Produktqualität attestierte jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der Auslands-Shopper (56%). „Auch beim Thema Qualität können deutsche Online-Händler ansetzen, um die Wettbewerber aus dem Ausland auf Distanz zu halten“, so Gerd Bovensiepen, Leiter des Bereichs Retail & Consumer bei PwC.
Chancen für deutsche Online-Händler im Ausland
Während die EU aktuell daran arbeitet, die Bedingungen für den grenzüberschreitenden Online-Handel zu harmonisieren, wünschen sich viele Kunden zumindest ein einheitliches Gütesiegel: Die Einführung eines europäischen Gütesiegels, das die Qualität der Online-Anbieter überprüft, würde bei 77% der Online-Shopper die Bereitschaft erhöhen, im Ausland zu bestellen. „Deutsche Online-Händler müssen sich vor diesem Hintergrund auf einen intensiven Wettbewerb einstellen. Österreichische Online-Händler verschicken beispielsweise bereits rund 30% ihrer Verkäufe ins europäische Ausland. Andererseits haben auch die deutschen Online-Händler die Chance, aktiv um Kunden aus dem Ausland zu werben und ihre Waren grenzüberschreitend zu verkaufen“, fasst Gerd Bovensiepen zusammen.