schuhkurier: Was wird Ihrer Meinung nach 2014 für unsere Branche bringen?
Ralph Rieker: Das gleiche wie jedes Jahr: Es wird das schwierigste Jahr, das wir je vor uns hatten. Und am Ende haben alle überlebt und es wird auch im kommenden Jahr keiner barfuß durch Deutschland gehen.
schuhkurier: Man hat beim Blick auf die Branche den Eindruck: Die Baustellen häufen sich – und das Eis wird gleichzeitig dünner. Sind Handel und Industrie für die anstehenden Herausforderungen gewappnet?
’Gefühlt‘ werden es mehr Baustellen. Aber die Baustellen, mit denen wir uns heute in unserer Branche beschäftigen, sind keine, die uns nicht auch die letzten zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre beschäftigt haben. Wir haben nur in einigen Fällen sehr lange damit gewartet, uns direkt damit zu beschäftigten. Daher kommt jetzt der Eindruck auf, es seien mehr geworden. Dem ist allerdings nicht so – sie gehen nur mehr an die Substanz. Wenn ich Prozesse lange genug aufhalte, wird der Druck irgendwann zu groß. Die EDI-Baustelle ist zwanzig Jahre alt. Über das Thema Taktung reden wir auch schon seit zehn Jahren. Über die Veränderungen der Prozesse wird geredet, über das sich ändernde Verbraucherverhalten. Vielleicht ist ein einziges neues Thema hinzugekommen: E-Commerce. Aber wenn es das nicht wäre, wäre es etwas anderes. Und das ist auch nur ein zusätzlicher Spieler im Markt, der nur deshalb eine Chance hat mitzuspielen, weil die Spieler, die vorher im Markt aktiv waren, ein paar Dinge übersehen haben.
schuhkurier: Das führt auch zum Thema Partnerschaft in der Schuhbranche: eine Wunschvorstellung? Oder eine Farce?
Ich glaube, genau das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch neigt dazu, an ein paar Extrembeispielen eine Gesamtsituation zu beurteilen. Ich könnte im ersten Moment ohne Reflexion, sagen, wir haben keine Partner, aber wenn ich in Ruhe überlege, dann fallen mir schnell 100 Unternehmen an, mit denen Partnerschaft gelebt wird. Es wird heute sogar mehr Partnerschaft gelebt, aber der Mensch pickt sich gern das Negative heraus und überträgt es auf das große Ganze. Für mich steht fest: Es muss Partnerschaft geben. Denn wer nur an sich denkt, hält es in einem Markt nicht lange aus.
Das vollständige Interview lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 2/2014, die pünktlich zur Expo Riva Schuh erscheint. Sie haben noch kein Abonnement? Hier geht es zum Shop!