Ein Indiz: Die Saumlängen steigen. Kurze Röcke – teils extrem kurz – sind zurück, insbesondere bei der jungen Generation. Doch auch ältere Frauen zeigen wieder Bein. Interessanterweise dreht sich dieser Trend weniger um das Minikleid als um den Minirock. Der wirkt modischer, individueller – weniger körperzentriert. Der neue Lieblingsrock muss aber nicht zwingend kurz sein. Auch der knieumspielende Bleistiftrock kündigt sich als Rückkehrer an. Und die wadenlangen Klassiker zeigen sich in Satin, mit Plisseefalten in warmer Wolle – kombiniert mit Rollkragen, Wollstrumpfhosen und flachen Boots. Katja Kerstein, Modeexpertin bei der Verbundgruppe Rexor, sieht Boots in diversen Spielarten auf gutem Kurs. Das habe auch damit zu tun, dass die Lust auf Sneaker-Alternativen zunimmt. Und da kommt auch der Rock ins Spiel: „Ein seidiger Rock, dazu ein oversized Sakko und ein Biker Boot, das ist ein schöner neuer Look.“
Überhaupt sind Röcke in unterschiedlichen Längen das perfekte Spielfeld für alles, was nicht Sneakter ist. Unstrittig, dass sich Terrace- oder Dadsneaker zum knielangen Rock kombinieren lassen. Das muss aber nicht sein. Loafer – klassisch oder rough –, Booties oder feminine Stiefeletten und natürlich Langschaftstiefel bieten sich an.
Der Rock, sagt Carter-Morley, ist zurück. Und das ist kein Retro-Revival, sondern Ausdruck eines neuen Modebewusstseins. Während Hosen Silhouetten dominierten, avanciert der Rock nun wieder zur stilprägenden Konstante im Kleiderschrank. Die Modeexpertin bringt das so auf den Punkt: „Wer hat die Hosen an? Wahrscheinlich die Frau im Rock.“