Es war eine spannende Mischung aus sommerlichem Flair mit Beachvolleyball und Schwimmbad-Geruch auf der einen Seite – und adventlichem Dekor nebst Weihnachtsmarkt auf der anderen. Im Düsseldorfer Rheinriff, einer Indoor-Surfanlage, kamen die Händlerinnen und Händler der Rexor zusammen, um sich miteinander auszutauschen und neue Impulse für ihr Business zu erlangen. Und einige nutzten auch die Gelegenheit, einmal selbst auf ein Board zu steigen.
Die Verbundgruppe wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Auf die Gewinnung junger Kunden richtete Referent Florian Breide in seinem Vortrag den Blick und schilderte, warum es Sinn ergeben kann, auch als Schuhhändler auf Tiktok aktiv zu sein. Tiktok ist laut seinen Angaben zwar „nur“ die viertbeliebteste Plattform nach Whatsapp, Facebook und Instagram. Es ist aber die Plattform mit der längsten Nutzungszeit, weil sie den User mit Videos, abgestimmt auf seine Vorlieben, versorgt. So kommen Nutzer, vor allem junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren – im Schnitt auf 24 Stunden Tiktok pro Monat. „Traut Euch, diesen Schritt zu gehen, auf oder vor der Welle zu sein“, empfahl Breide den Rexor-Händlern. Dabei sei es nicht entscheidend, Hochglanz-Videos zu erstellen. Vielmehr komme es darauf an, authentische und individuelle Inhalte zu posten. So lasse sich mit vergleichsweise geringem Aufwand eine kostenfreie Reichweite erstellen, gerade bei jungen Menschen.
Ganz junge Menschen waren unter anderem Thema im Vortrag von Ines Imdahl. Die Psychologin sprach zwar vorrangig über das Konsumentenverhalten im Schuhhandel und hob die Unterschiede zwischen Männern und Frauen hervor. Sie kam aber auch auf Kinder zu sprechen, denen man heute, so die Überzeugung Imdahls, zu wenig zutraue – und andererseits zu viel zumute. Helikoptereltern seien oft zu sanft und ließen ihrem Kind zu oft die Wahl. So sei es für ein kleines Kind unmöglich, in einem Schuhgeschäft aus dutzenden Schuhen eine Auswahl zu treffen. Sinnvoll könne es daher sein, nur zwei Schuhe anzubieten, um das Kind nicht zu überfordern. Imdahl schlug vor, in einem Schuhgeschäft einen abgetrennten Raum einzurichten, in dem Eltern, Kind und Verkaufspersonal in Ruhe und mit einer überschaubaren Zahl von Modellen das Beratungsgespräch führen könnten.