Wie viel drin steckt in einem Ricosta-Schuh, das konnten die Sabu-Händler am ersten Symposiumstag live erleben. Als „Traditionalist“ verknüpfe man das Konservieren von Bewährtem mit der gezielten Weiterentwicklung und technischem Know-how, schilderte Ralph Rieker, Geschäftsführender Gesellschafter des Kinderschuhherstellers. Was das bei der Produktion bedeutet, wurde durch den präzisen Blick auf die Fertigung der Schuhe deutlich: In zahlreichen Schritten und mit hohem Einsatz von Handarbeit werden Pepino- und Ricosta-Schuhe hergestellt, wobei der Großteil der Schuhe mit PU-angespritzten Sohlen verarbeitet wird. An diesem Verfahren will man bei Ricosta auch in Zukunft festhalten und arbeitet an technischen Weiterentwicklungen. PU biete die Möglichkeit, leichte, hochflexible und robuste Schuhe für Kinder zu fertigen.
EDI: „Bleiben Sie auf Augenhöhe”
Branchenexperte Markus Müller von GS1 bot den Anwesenden im Anschluss einen Überblick über die Vorteile von EDI. Der elektronische Datenaustausch biete dem Händler viel Zeitersparnis etwa bei der Erfassung von Produktstammdaten, beim Bearbeiten von Rechnungen und bei der Nachversorgung. Zugleich ermögliche das Verfahren die Nutzung von Onlineplattformen und Marktplätzen und bilde die Basis für die elektronische Regalverlängerung, bei der der Händler am Point of Sale auch auf die Bestände bei Lieferanten Zugriff hat.
Müller empfahl den Händlern, bei ihren Überlegungen immer den Verbraucher im Blick zu behalten: „Bleiben Sie auf Augenhöhe mit den Kunden. Der Kunde gibt das Tempo vor“, so Müller.
Die Verbundgruppe Sabu hat das Thema EDI ganz oben auf ihre Agenda gesetzt und will bis Ende des Jahres wesentliche Schritte vollzogen haben. Geschäftsführer Stephan Krug stellte in Aussicht, dass ab Anfang 2016 alle Sabu-Mitglieder die Möglichkeit haben sollen, EDI mit mehr als 90 Lieferanten zu realisieren. Dabei soll auch eine Verknüpfung mit allen gängigen Warenwirtschaftssystemen vorgesehen sein. Auch den elektronischen Rechnungsversand – für Krug „die Kür“ – will man ermöglichen; hier sei der Sabu im Gespräch mit einem Dienstleister, der Archivierungsmethoden anbietet, die von den Finanzämtern anerkannt werden.
Die anwesenden Händler diskutierten das Thema EDI mit großem Interesse. Für die Unternehmer steht fest, dass EDI nur dann Erfolg verspricht, wenn es dem Handel Entlastung bringt. Auch über die Kosten für die Nutzung von EDI wurde diskutiert. Kai Moewes von Ricosta empfahl den Händlern, EDI zunächst mit einem Furniturenlieferanten zu testen. Ricosta sei vollumfänglich EDI-fähig. Auch die direkte Auszeichnung von Ware soll in Kürze möglich sein.