schuhkurier: Herr Schmelzer, Sanierung bedeutet in der Regel auch die Schließung von Filialen. Mit wie vielen Standorten wird Schlatholt im Markt bleiben?
Thomas Schmelzer: Aktuell sind wir mit 16 präsent, sechs haben wir im Verfahren geschlossen, bis Ende Mai werden noch zwei folgen. Die starken Standorte behalten wir. Gemeinsam mit unseren Beratern von Leonhardt Rattunde und dem Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, haben wir ein Konzept für Schlatholt erarbeitet, von dessen Zukunftsfähigkeit wir überzeugt sind.
schuhkurier: Was bedeuten die bisher vollzogenen Schritte für die Mitarbeiter?
Thomas Schmelzer: Wir können 145 von ursprünglich 228 Arbeitsplätzen erhalten. Leider ließen sich Kündigungen nicht ganz vermeiden, letztlich waren es nur 25, wobei wir es so sozialverträglich wie möglich gestaltet haben. So sind Mitarbeiter teilweise in den vorzeitigen Ruhestand gegangen. Wir haben viel Loyalität von den Mitarbeitern erfahren und viel Solidarität der Mitarbeiter miteinander. Das hat mich sehr beeindruckt.
schuhkurier: Was hat letztlich dazu geführt, dass Sie Ende letzten Jahres den Schritt ins Schutzschirmverfahren gehen mussten?
Thomas Schmelzer: Wir sind proaktiv in das Verfahren gegangen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Vor allem die Mieten waren ein großes Problem, die Verhandlungen im Vorfeld ohne die Möglichkeiten des Verfahrens waren leider erfolglos. Im Verfahren ist es möglich, Mietverträge mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen und mit drastischen Schritten Kosten zu reduzieren. Sicherlich hat unsere Situation auch damit zu tun, dass die Region in den letzten Jahren nicht mehr so kaufkraftstark ist.
schuhkurier: Wie haben sich die Gespräche mit den Lieferanten gestaltet?
Thomas Schmelzer: Anfang des Jahres haben wir mit zahlreichen Lieferanten intensive persönliche Gespräche geführt. Es war mir besonders wichtig, die Saisonwaren für Frühjahr/Sommer zu sichern. Auch hier muss ich sagen: Beeindruckend, wie viel Vertrauen und Unterstützung uns von Herstellerseite entgegengebracht wurde.
Das vollständige Interview lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 21.