Rene Loewy kauft als Importeur die Ware auf eigenes Risiko von den Schuhherstellern und verteilt sie über das Logistikzentrum Alpi in den Niederlanden direkt an die rund 250 bis 300 Einzelhandelskunden in den DACH-Ländern. Die Lagerkapazität umfasst 120.000 bis 140.000 Paar Schuhe. Die Kollektionen werden zu 80% über die Vororder verkauft und 20% sind Lagerware. Die DACH-Länder funktionieren gut, Osteuropa, wo er einige Kundenkontakte hat, entwickele sich erstaunlich positiv und habe Steigerungspotenzial. Das breit aufgestellte Markenportfolio setzt sich aus zuverlässigen, modischen Basic-Kollektionen wie Pajar, Prince oder Bernie Mev, zusammen, die neben der Vororder vor allem einen optimalen Nachorderservice bieten können, erklärt Loewy, der sich um diese Marken kümmert und regelmäßig in der Saison bei den Lieferanten ist. Die hochmodischen Kollektionen verantwortet Brand Managerin Ruth Cura, die seit 14 Jahren im Unternehmen ist. Sie fliegt zu jeder Kollektionsübergabe zu den Markenherstellern Jeffrey Campbell, Sam Edelman und Katy Perry nach New York, um die Vorauswahl für die jeweiligen Saisons für den DACH-Markt zu treffen. „Ruth Cura gibt die Richtung vor und da liegt sie immer richtig“, sagt Rene Loewy, der seiner kreativen Mitarbeiterin komplett freie Hand lässt. „Jeder von uns hat seine Stärken, bei mir sind es eher die basicnahen Kollektionen und der Bestsellerservice, während Ruth Cura die modische Spürnase ist. Damit bieten wir den Handelspartnern eine sichere Bank.“
In der Abwicklung der Aufträge sieht sich der Importeur als Dienstleister. Persönliche Kontakte zählen mehr als Abverkaufslisten, lautet seine Devise: „Die Kunden möchten die Ware sehen und fühlen und nicht nur nach Fotos gehen“. Der Importeur investiert aber auch in moderne IT-Systeme und verwendet hochwertige Software für das Datenmanagement. Erfolgskomponenten seien zu 30% die Kollektion, 30% Vertrieb, 30% Back Office und 10% Glück. Das Back Office ist für Rene Loewy die Schaltzentrale. „Hier passiert viel: Ist das eine Retoure oder nicht? Bevor es zu langen Diskussionen kommt, werden die Retouren kulant und schnell abgewickelt.“ Auch sei die Zentrale immer telefonisch erreichbar, denn trotz B2B würden viele Kunden gerne mal zum Telefon greifen und bestellen. „Der persönliche Plausch gehört halt auch dazu“, sagt Rene Loewy. Bei der Vermarktung und dem Vertrieb sieht er für jede Marke eine individuelle Strategie. Für den klassischen Vertrieb arbeitet Loewy mit Modeagenturen zusammen, ca. 20 bis 25% der Umsätze werden Online getätigt. Mit den neuen Marken Sven Edelmann und Prince verspricht sich der Importeur weitere Zuwächse in den DACH-Ländern: „Die exotischen modischen Schuhmarken tun dem Handel gut und wir sind in unserer kleinen Nische angekommen. Wir wachsen konstant.“