So interessiert und aufgeschlossen die Damen, so pragmatisch sind weiterhin die Herren. „Bei Männern muss es praktisch und bequem sein, selbst zu Anlässen“, sagt Oliver Zentgraf. Gekauft werden bei Zentgraf Sneaker in Schwarz, Dunkelblau, Dunkelbraun und Grau so wie immer noch in Weiß, die Nr. 1 sind die Slip-Ins von Skechers. „Wenn etwas geht, dann sportlich“, bestätigt Marc Schreiber; immerhin darf es auch schonmal „ein Edel-Sneaker von Kamo-Gutsu sein, aber das sind geringe Stückzahlen“. Im Schuhhaus Nickel werden ebenfalls vornehmlich „Skechers ohne Ende“ verkauft und, so Ann-Christin Nickel, „hier und da eine Schnür-Stiefelette in Brauntönen“. Auch bei Klever ist das Herren-Geschäft „schwierig, formelle Schuhe gehen gar nicht, allenfalls Sneaker und hin und wieder eine Stiefelette”. Skechers sind auch bei Mengedoht weiterhin Erfolgsgaranten. „Die Kunden kommen und fragen gezielt: Wo haben Sie die Ballack-Schuhe?“, berichtet Horst Mengedoht; sportliche Styles in Cognac, Naturfarben oder Blau werden „schon mal mitgekauft“. Elegantes kann man dem Mann demnach gar nicht schmack haft machen? Doch, glaubt Marcus Wilke, mit Kompetenz und Auswahl: „Wir haben ein breites Sortiment an klassischen Herrenschuhen von Lloyd, pflegen Galizio Torresi und führen auch wieder Officine Creative“, so Wilke. „Das schätzen unsere Kunden sehr.“
Kinder: Ausstattung und Preis
Bei Kinderschuhen ist die Saison größtenteils lebhaft gestartet. „Gesucht werden jetzt Übergangsstiefel mit wasserdichter Ausstattung“, so Oliver Zentgraf, insbesondere Grün- und Eukalyptustöne kommen gut an, gern gesehen sind auch Glitzerelemente. „Ein Kinderschuh ohne Nässeschutz ist praktisch unverkäuflich“, beobachtet Marc Schreiber, „Gore-Tex ist das Nonplusultra.“ Auch warmgefütterte Ware wird in einigen Häusern schon verkauft. „Wer auf Superfit oder Ricosta Wert legt, kauft schon, bevor es richtig kalt wird, denn das Kinderschuhangebot ist knapper geworden“, erläutert Christian Bode. Parallel bleiben vielerorts Barfußschuhe gefragt. Preislich sind 100 Euro häufig die absolute Schmerzgrenze, es sei denn die spendable Oma ist beim Schuhkauf dabei, oder es soll partout eine Marke wie etwa Lowa sein, „dann werden auch schon mal 110 oder 120 Euro investiert“, so Marc Schreiber. Dass die Saison so gut gestartet ist, „ist ein richtig schönes Gefühl“, freut sich Sil via Weber. Insbesondere in urbanen Lagen zeigt sich, dass die Sortimente Lust machen auf neue Schuhe, auf Mode und Farbe, während in ländlichen Regionen eher klassisch und modisch zurückhaltender gekauft wird. Die Hauptsache aber ist: Es wird gekauft. Für einen weiterhin positiven Herbst „wäre es na türlich toll, wenn wir Frost bekommen“, hofft Christian Bode nun. Und wenn nicht? „Ich bin sicher, dass wir den aktuellen Schwung gut in den weiteren Saisonverlauf mitnehmen können.“