Wie stehen Sie zur aktuellen Debatte über Vor- und Nachorder?
Andreas Steckermeier: Die Nachorder wird in der Regel durch die Vororder bestimmt. Wenn die Vororder heruntergefahren wird, dann wirkt sich das auch auf die Quantität der Nachorder aus. Wir bieten die Möglichkeit, sich breit aufzustellen. Bei uns können Einzelpaare bestellt werden. Wir haben ein sehr umfangreiches Lager. Auf die Anforderungen des Handels können wir mit hoher Flexibilität reagieren. Dieser kann sich aus unseren Produkten ein schönes Bild zusammenstellen. Zugleich ist es aber auch die Aufgabe des Vertriebs, dem Handel zu signalisieren: Du hast nun die Ware bekommen. Wo sind Lücken? Brauchst du etwas? Wie können wir unterstützen? Es ist sehr wichtig, den Saisonverlauf genau zu beobachten, um schnell reagieren zu können. Händler können in unserem B2B-Portal nach Farben suchen. Sie können sich Bildmaterial herunterladen. Wir sind auch an das ECC angebunden und arbeiten mit Elvis.
Derzeit ist die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher ein großes Problem. Wie nehmen Sie die Situation wahr?
Andreas Steckermeier: Unsere Produkte und Preislagen scheinen davon aktuell nicht so stark betroffen zu sein. Es ist im Übrigen ein sehr deutsches Phänomen. In Skandinavien hat man schon immer mehr Geld für Schuhe bezahlt als hierzulande; auch in Südeuropa. Da hat der Schuh auch einen ganz anderen Stellenwert.
Was zeichnet Ihre wichtigste Marke Andrea Conti aus?
Hans-Jörg Siegers: Passform, Weichheit und Flexibilität. Zur DNA gehört auch das besonders softe Obermaterial. Davon sind die Andrea Conti-Kundinnen regelmäßig begeistert. Wir bieten herausnehmbare Innensohlen, sodass man orthopädische Einlagen benutzen kann. Und der Look der Schuhe ist nicht unbedingt hochmodisch, aber unverkennbar und individuell.
Andreas Steckermeier: Wir arbeiten mit sehr vielen Farben, die wir zusammen mit unseren Gerbereien entwickeln. Wir sind ein farbenfrohes Unternehmen; das findet Ausdruck in unseren Kollektionen. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Unser Angebot gibt dem Handel mehr Möglichkeiten. Ich persönlich schaue lieber in ein Schaufenster, das bunt ist und leuchtet. So werde ich doch inspiriert! Ich verstehe aber auch, dass der Handel derzeit mit einer gewissen Vorsicht einkauft. Wir haben im Übrigen einige sehr erfolgreiche Modelle in unserem Portfolio. Nehmen wir allein das Biest …
Das Biest?
Andreas Steckermeier: Ja! Dieser Schuh, ein High Top-Sneaker mit Reißverschluss, ist ein Wahnsinn.
Den gibt es mittlerweile in einer unvorstellbaren Farbpalette, bei der keine Wünsche offen bleiben.
Das ist sehr aufwendig und kostenintensiv für einen Lieferanten …
Andreas Steckermeier: Vom Materialeinsatz bis zur Lagerhaltung: Ja. Wir versuchen immer, möglichst vieles vorrätig zu haben. Täglich kommen bei uns Lieferungen an und gehen Lieferungen raus. Das managen wir ganz gut – nicht zuletzt aufgrund unseres tollen Teams. Wir haben sehr verlässliche Mitarbeitende. Teilweise arbeiten ganze Familien bei uns.
Hans-Jörg Siegers: Das ist der große Vorteil eines Familienunternehmens. Auch, dass man schnell reagieren und Dinge umsetzen kann. Alle hier im Team sind sehr engagiert. So lässt sich viel bewegen.
Über Esgano
Am Firmensitz im bayerischen Gangkofen sind etwa 70 Menschen beschäftigt. Das Unternehmen arbeitet mit Produktionsstätten in mehreren Ländern zusammen. Das Markenportfolio umfasst Andrea Conti sowie Calvin Smith, Charlotte of Sweden und andere Brands. Preislich bewegen sich die Schuhe zwischen 49 und 79 Euro (Sandalen/Pantoletten), 79 bis 99 Euro (Halbschuhe) und 89 bis 129 Euro (Stiefeletten/Stiefel). Das Unternehmen wird von Karl (72), Andreas (44) und Ben (43) Steckermeier geführt.