Nach vorläufigen Ergebnissen wurden bereits im Jahr 2023 rund 175.000 t Textil- und Bekleidungsabfälle von privaten Haushalten in Deutschland von überwiegend öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern eingesammelt. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Umgerechnet auf die Zahl der Bevölkerung Ende 2023 entsprach das rund 2 kg pro Kopf. Insgesamt waren das 55% mehr Textil- und Bekleidungsabfälle als zehn Jahre zuvor: 2013 betrug das Aufkommen rund 112.700 t. Den Spitzenwert der vergangenen zehn Jahre gab es im Corona-Jahr 2020 mit rund 187.000 t.
Nach der EU-Richtlinie dürfen Altkleider und gebrauchte Textilien nicht mehr über den Restmüll entsorgt werden. Auch bisher wurden in Deutschland aussortierte Altkleider und gebrauchte Textilwaren wie Handtücher, Stoffreste oder alte Teppiche getrennt von öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern eingesammelt, etwa über Altkleidercontainer oder Wertstoffhöfe.
Im EU-Vergleich liegen für das Jahr 2022 Zahlen zu Textilabfällen privater Haushalte vor, die vom Abfallmanagement behandelt wurden. Auf die Zahl der Bevölkerung gerechnet lag Deutschland mit rund 2 kg Textilabfällen privater Haushalte pro Kopf im EU-Durchschnitt. Mehr Textilabfälle pro Kopf waren es laut EU-Statistikbehörde Eurostat unter anderem in Belgien (6 kg), den Niederlanden (5 kg) sowie Frankreich und Österreich (jeweils 4 kg). Insgesamt fielen 2022 in der Europäischen Union (EU) 910.000 t Textilabfälle bei den privaten Haushalten an. Auf Deutschland entfielen dabei 148.900 t, dies entspricht 16% der EU-Textilabfälle. Die Menge an Textilabfällen in der nationalen Abfallstatistik fiel größer aus, da hier teilweise auch kommerzielle oder karitative Sammlungen enthalten sind, die nicht in einer Abfallbehandlungsanlage landen.
Altkleider und gebrauchte Textilwaren, die nicht auf dem Second-Hand-Markt oder in der Verwertung im Inland landen, werden auch ins Ausland exportiert. Insgesamt wurden im Jahr 2023 rund 452.000 t Altkleider und andere gebrauchte Textilwaren aus Deutschland exportiert. Darin inbegriffen sind neben den Haushaltsabfällen auch ausgesonderte Handelsware sowie der Zwischenhandel mit Textilabfällen über Deutschland. Gegenüber 2022 sank die Exportmenge gebrauchter Textilwaren um 6%. Die Niederlande (16%) und Polen (15%) waren 2023 die wichtigsten Abnehmer gebrauchter Textilwaren. In die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Belgien wurden jeweils 6% der Exportmenge ausgeführt.