Draußen rieselte der Schnee in Heilbronn, im Venue Redblue fand am 14. und 15. Februar währenddessen die SABU-Messe statt. Viele hätten sich diesen Schneefall sicherlich einige Monate eher gewünscht, Händler und Hersteller waren sich einig, dass das abgelaufene Herbst/Winter-Geschäft vor allem durch den milden Winter geprägt war. Das bedeutet nicht, dass die Saison schlecht lief. Vielmehr gab es einen differenzierten Blick auf die Abverkäufe. „Leider hat der Winter gefehlt und obwohl wir noch recht viel warmgefütterte Ware verkauft haben, liegt auch noch vieles im Lager“, sagt Jürgen Fritz von Schuhhaus Fritz im pfälzischen Lauterecken einerseits. Andererseits waren die Kundinnen und Kunden durchaus bereit, Geld für Schuhe auszugeben. Unter einer Bedingung: „Alles, was gut passt und bequem ist, wird auch verkauft. Das ist das Wichtigste. Das Leben ist hart genug, da müssen es nicht auch noch die Schuhe sein.“ Sportliche und komfortable Modelle von Skechers, Tamaris, Remonte und Rieker seien stärker abgeflossen als femininere Modelle. Über alle Warengruppen hinweg geschwächelt hätten beim pfälzischen Händler dieses Jahr Kinderschuhe. Ronny Müller von Josef Seibel sagt über den Winter: „Trotz der suboptimalen Wetterbedingungen haben wir mit dem neuen One-Brand-Konzept einige positive Ergebnisse in unserer Kollektion verzeichnen können.“ Silvio Bongiovanni, für Bär tätig, beobachtet, dass der Handel nach der Saison mehr Commitment einfordert: „Viele Händler haben noch Lagerbestand, haben bei der Vororder reduziert und wollen dann in der Nachorder mehr nachziehen. Die Händler erwarten, mehr nachordern zu können, und es ist eine gute Entwicklung, dass es mehr Flexibilität bei dem Thema gibt. Unser Vororderanteil liegt zurzeit bei rund 60%.“ Frank Risse von Lloyd hofft, mit der Neuausrichtung mitsamt neuem Logo und Umbenennung in Lloyd Lifestyle zielgerichteter den Erwartungen des Handels zu entsprechen: „Der Relaunch wurde im Handel gut besprochen, weil wir mit der verbesserten Marge einen Wunsch des Handels erfüllen, eine hochwertigere Aussage treffen und stärker Damen und Herren gleichermaßen ansprechen.“ Auch Ronny Müller betont die Bedürfnisse des Handels: „Es ist entscheidend, dass wir auch in der Kalkulation einige neue Gruppen erhöht haben.“ Sehr zufrieden zeigt sich Elisabeth Aich von Schuhhaus Jung in Tettnang nahe des Bodensees, „auch wenn der Run auf die Funktion in diesem Winter logischerweise nicht so stark war, weil es kaum geschneit hat.“ Sie versucht erfolgreich, Lust auf Shopping zu machen, statt auf Bedarf zu setzen: „Es ist wichtig, nicht nur Produkte zu verkaufen, sondern Geschichten zu erzählen, Sorgen vergessen zu lassen und zum Lächeln zu bringen. Gerade Accessoires wie Schmuck oder Gürtel wurden diesen Winter sehr gut verkauft.“