Mit neuen Produkten und Dienstleistungen will sich die Verbundgruppe Sport 2000 dem Wandel in der Handelslandschaft stellen. Hierzu benennt Andreas Rudolf vier Handlungsfelder, für die Sport 2000 erste Projekte auf den Weg gebracht habe und die bis 2020 im Fokus des Handelsverbund stehen werden: Digitalisierung, Data Management, Vertikalisierung und Positionierung.
Digitalisierung ist kein Selbstzweck
„Ein Produkt an einen Endkunden zu verkaufen, ist in Zukunft keine Leistung mehr“, prognostiziert Rudolf. Vielmehr gelte es, zielgruppenrelevante Themen kanalübergreifend zu besetzen und digitale Lösungen an die Sport 2000 Partnerstruktur und das Markenbild anzupassen.
Hans Allmendinger, Bereichsleiter für Marketing und Kommunikation ergänzt: „Ein Angebot, das sich wie ein Onlineshop nur auf Produkte und Preise reduziert, spiegelt nicht den Mehrwert wider, den Kunden vom stationären Fachhandel erwarten. Sie verlangen ein Erlebnis, spezielles Wissen und eine Entscheidungshilfe – diese Versprechen gilt es mit einem geschickten Storytelling, sowohl online als auch vor Ort zu transportieren.“
Hierzu hat Sport 2000 unter anderem die Spezialisten Portale dein-laufprofi.de und dein-teamsportprofi.de aufgesetzt und bereits mehr als 200 Partner an ein Social Media Tool angebunden. In mehr als 100 Geschäften wurden großformatige Video-Walls installiert, Print-Werbung und Homepage wurden modifiziert, in Umbauten investiert und Media Kooperationen geschlossen.
Data Management – Fakten ersetzen Bauchgefühle
„Der wesentliche Schlüssel, um unsere Dienstleistungen und damit verbunden die Unterstützung für unsere Partner an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, ist mehr über sie zu wissen“, leitet Rudolf seine Ausführungen zum Thema Data Management ein.
Im ersten Halbjahr 2017 habe Sport 2000 vor allem mit zwei Veranstaltungen den Grundstein zur Aktivierung und Sensibilisierung der Partner für das Thema ’Data Management‘ gelegt: Der Veranstaltungsreihe ’Retail Force‘ und dem Electronic Data Interchange (EDI)-Kongress. An sechs Standorten wurde laut Sport 2000 im Rahmen von ’Retail Force‘ über die Vorzüge von EDI-Prozessen referiert. Unter dem Motto ’Aus der Praxis für die Praxis‘ gaben die Verantwortlichen der Sport 2000 Flagshipstores einen Einblick, wie sie das Unternehmen, vor allem in Bezug auf die wichtigsten Kennzahlen und die durch Zahlen getriebenen Einkaufsentscheidungen, steuern. Nahtlos daran knüpfte der EDI-Kongress im Mai an.
Vertikalisierung – vom Einkaufsverband zum vertikalen Systempartner
Für Sport 2000 bedeutet Digitalisierung und datenbasierte Unternehmenssteuerung, schneller, effizienter und verbindlicher handeln zu können. „Unsere Zuständigkeit als Verband wird sich dahingehend ändern, dass wir für den verbindlicheren Teil unserer Partner die Basissortimente und Bestseller einkaufen und unsere Flächenbewirtschaftungssysteme sowie Warenprogramme weiter ausbauen werden. Ergänzende Sortimente, die zur Positionierung und Differenzierung in seiner Region beitragen, bleiben hingegen ganz klar beim Partner. Die Wahlmöglichkeiten werden weniger, frühe Verbindlichkeiten wichtiger“, gibt Rudolf einen Ausblick, wohin der Weg bei Sport 2000 führen soll.
Entscheidend für die Sortimente, für die der Verband zukünftig zuständig sein soll, werden datenbasierte Analysen sein. Den Stellenwert von Flächenbewirtschaftungs-Systemen hat das Unternehmen im April mit der Installation eines Vertriebsteams unterstrichen, das unter anderem für den Ausbau von NOS-Konzepten und -Angeboten zuständig ist.
Erfolgsfaktor Positionierung
„Unsere Spezialisten verfügen über sehr individuelles Wissen, das ihre Beratungskompetenz einzigartig macht und ihr Alleinstellungsmarkmal ist. Mit unserem Leistungsportfolio unterstützen wir sie dabei, diese Kompetenz bei ihrer relevanten Kundengruppe zu platzieren“, legt der für die Spezialisten-Einheiten zuständige Geschäftsführer Hans-Hermann Deters dar. Maßnahmen hierzu sind unter anderem die Plattformen und die Facebook- Profile von dein-laufprofi.de und dein-teamsportprofi.de. Auf gedrucktem Weg werden die Spezialistengruppen ebenfalls gestärkt. So gibt es unter anderem für Laufprofis, in Kooperation mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband bzw. laufen.de, ein Endkundenmagazin und für Teamsportprofis einen eigenen Teamsportprofi-Flyer, um die Expertise der angeschlossenen Partner zu vermitteln, Profile zu schärfen und Kunden zu binden.