Die Diskussion um die Zukunft der Galeria-Standorte sorgt für Aufmerksamkeit in deutschen Innenstädten. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, betont gegenüber der Funke Mediengruppe die Bedeutung frühzeitiger Abstimmungen mit den Kommunen: „Wichtig ist, dass die Städte schnell in die Gespräche zur Zukunft der Filialen eingebunden werden. Schon in der Vergangenheit hat sich das bewährt, um passende und individuelle Lösungen für die Standorte und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.“
Hintergrund sind strukturelle Herausforderungen, mit denen der Warenhauskonzern konfrontiert ist. Dazu zählen insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel, sinkende Umsätze sowie hohe Mietforderungen und langfristige Mietverträge. Diese Faktoren erschweren Investitionen in einzelne Standorte zusätzlich. Aktuell verhandelt Galeria nach eigenen Angaben über die Mietkonditionen an 33 Standorten.
Zwar wird weiterhin angestrebt, möglichst viele Filialen zu erhalten, doch auch alternative Szenarien wie Umzüge oder Neueröffnungen stehen im Raum. Für den Fall von Schließungen warnt der Städtetag eindringlich vor negativen Folgen für die betroffenen Quartiere: „Sollten im Fall der Fälle einzelne Filialen nicht erhalten werden können, braucht es zügige und schlüssige Konzepte für die Folgenutzung, damit keine Abwärtsspiralen für betroffene Innenstadtquartiere beginnen.“
Die Entwicklung der Innenstädte bleibe damit eine Gemeinschaftsaufgabe. Neben Handel und Immobilienwirtschaft sieht der Städtetag auch Bund und Länder in der Pflicht, bestehende Förderprogramme weiterzuentwickeln. Ziel sei es, tragfähige und ganzheitliche Konzepte zu ermöglichen, bei denen öffentliche und private Investitionen stärker verzahnt werden.