Einen besonders interessanten Einblick bot der Abschlussvortrag “It’s the end of the retail world as we know it” von Torsten Waack van Wasen, Partner der New Yorker Beratungsfirma Diligenz Group.
So warnte der ehemalige E-Commerce-Chef von Galeria Kaufhof vor großen chinesischen Marktplayern, die den europäischen E-Commerce Markt zu überrollen drohten. “Solche Firmen saugen sich gerade in China mit Cash voll”, sagte Wrack van Wasen.
Als Beispiel nannte der E-Commerce-Experte den Big Player Yi Hao Dian, der gerade hohe Gewinne im boomenden chinesischen Onlinehandel anhäuft, um ortsansässige, stationäre Händler wie Tesco und Metro mit Same Day Delivery, M-Commerce und Augmented Reality-Shops kräftig Konkurrenz zu machen.
Der chinesische Shooting-Star sei auch deshalb so gefährlich, weil er seit 2012 mit 51% zum Handelsriesen Walmart gehört. „Walmart ist jederzeit in der Lage, 3 bis 5 Mrd. Dollar zu investieren. Die können also ohne Probleme so etwas wie Zalando aufbauen“, erklärte Waack van Wasen. Hinzu käme die von der neuen chinesischen Regierung eingeleitete Richtungsänderung in der Handelspolitik. „Die gehen an viele Dinge ganz anders heran und bieten mehr Freiheiten als die Vorgängerregierung.“
Sprungbrett für den gesamten europäischen Markt
Ein Indiz für das Vorpreschen der Chinesen sei das Investment in einen ungarischen Flughafen, wodurch eine schnelle Belieferung von europäischen Kunden ermöglicht werde. Die Transportkosten würden dabei stark subventioniert. Zudem hätten die chinesichen Händler bei den Themen M-Commerce und Same Day Delivery einen deutlichen Vorsprung vor europäischen Mitbewerbern, betont Waack van Wasen.